Bremerhaven - Wenn nach dem Abbruch der „Seute Deern“ später nur noch erhaltenswerte Einzelteile übrig geblieben sind, wird man sich vielleicht über ein virtuelles 3D-Modell vom gesamten Schiff freuen.
Gang durch das Schiff
Vision des Deutschen Schifffahrtsmuseums, dem der 100 Jahre alte und marode Großsegler gehört: Besucher erhalten die Möglichkeit, einen virtuellen Spaziergang durch die „Seute Deern“ zu unternehmen, selbst in Bereiche, in denen zuvor kaum ein Mensch gewesen ist.
Damit das auch technisch alles möglich wird, hat man die „Süße“ nun in vier Milliarden Messpunkte und 250 Scans „zerteilt“. Vermessungsingenieure aus dem Team von Volker Platen (Firma denkmal3D) haben dazu zwei Tage gebraucht.
Eigentlich befassen sich diese Experten meist mit großen Luxus-Yachten. „Ein 100 Jahre altes Holzschiff hatten wir noch nie. Doch die Herangehensweise macht rein technisch eigentlich keinen Unterschied“, erklärte Platen am Donnerstag vor Journalisten.
Kosten: 267 000 Euro
Um das alles und einiges mehr finanzieren zu können, stellte der Bund rund 267 000 Euro zur Verfügung – für Dokumentation, 3D-Modell, die Bergung wiederverwendbarer Bestandteile sowie deren Restaurierung und Einlagerung.
Dr. Lars Kröger, verantwortlicher Projektleiter, begrüßt die Datenerhebung. „Auch deswegen, weil es für das Schiff keine Konstruktionspläne gab. Wir können im übrigen nur Daten sammeln, die wir sehen. Da wird es im verlauf des Rückbaus sicherlich noch weitere Scans von wichtigen Details geben müssen“, meinte Kröger.
