Bremerhaven - Von außen wenig einladend und von innen auch nicht viel hübscher: Bremerhavens Auktionshalle X hat dennoch Geschichte geschrieben, gilt in der Seestadt als legendärer Zeitzeuge eines wirtschaftlichen Aufschwungs, der Jahrzehnte später allerdings genauso schnell wieder abebben sollte.
Unerwünschte Ruhe
Als immer weniger Frischfischfänger ihre Ladungen in Bremerhaven löschten, geriet eine ganze Branche ins Trudeln – und mit ihr die Halle X. Wo regelmäßig tonnenweise Frischfisch unter den Hammer kam, lautstark angeboten vom Auktionator, kehrte Ruhe ein. Bald soll in Halle X neues Leben stattfinden.
Abbrucharbeiten
Dafür trifft die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft Bremerhaven (FBG) gerade gewisse Vorbereitungen. Die FBG hat das Sagen in diesem riesigen Gebäudekomplex. Aktuell hat sie Abbrucharbeiten ausgeschrieben. Das lässt nicht nur die Leute im Fischereihafen aufhorchen.
Darauf angesprochen, antwortet die FBG mit freundlicher Zurückhaltung. Nur so viel: Man wolle Raum schaffen für junge Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft, die sich und ihre vielleicht neuen, zeitgemäßen Ideen ausprobieren wollen. Das klingt nach Zuversicht und vielen guten Absichten.
Ähnlich wie Timeport?
Außerdem erinnert es ein wenig an die Philosophie der Timeport-Gebäude an der Barkhausenstraße. Dort, in exponierter Lage weil direkt am Neuen Hafen, startete man seinerzeit ganz ähnlich. Die Nachfrage nach günstigen Firmenräumen ist bis heute ungebrochen. Bis es im Fischereihafen aber richtig losgehen kann, wird noch Zeit verstreichen. Man rechnet mit der endgültigen Wiederbelebung der Halle X in einigen Jahren.
Bis dahin bleibt noch Zeit für Erinnerungen an die ruhmreiche Ära mit den großen Auktionen und tonnenweise Fisch für ganz Deutschland. Das ist ein Abschnitt in der Geschichte Bremerhavens, der sich so nicht wiederholt.
