Bremerhaven - Als die etwa 91 Jahre alte Drehbrücke bei der Nordschleuse kurz vor Ostern ihren Dienst einstellen musste, weil beim Öffnen tragende Stahlteile brachen, befürchtete man im Hafen zunächst Schlimmes. Weil zur selben Zeit die Kaiserschleuse gesperrt war, um am Binnenhaupt-Tor Wartungsarbeiten vorzunehmen, saßen in den Kaiserhäfen von einer Minute auf die andere Schiffe fest.
Schrecksekunde
Doch die Schrecksekunde war schnell verdaut. Wie sich zeigte, waren es nur ganz wenige Frachter, die den Hafen zunächst nicht in Richtung Nordsee verlassen konnten. Probleme mit einlaufenden Schiffen zeigten sich nicht. Seit dem frühen Ostersonntag war die Kaiserschleuse wieder dienstbereit, obwohl man anfangs noch von einem Notbetrieb sprach.
Die Folgen der Brückenhavarie hätten auch um einiges folgenreicher sein können – nämlich dann, wenn viel mehr Frachter im Hafen festgesessen hätten oder draußen, auf der Weser, Schiffe hätten warten müssen, bis Bremerhaven wieder „schiffbar“ ist.
Etwas längerer Weg
Doch so ganz ohne Konsequenzen bleibt der Totalschaden der Drehbrücke nicht für die Schifffahrt. Als einer der ersten Autotransporter verließ am Sonntagabend die „Glovis Crystal“ ihren Liegeplatz im Kaiserhafen. Die Schlepper „Bugsier 5“ und „Bugsier 6“ geleiteten den Frachter durch die Kaiserschleuse sicher hinaus auf die Weser – aber nur ein kleines Stück.
In Höhe der Nordschleuse bog die „Glovis Crystal“ schon wieder ab. Diesmal ging es durch die Nordschleuse zum Autoterminal. Offenbar musste das Schiff an zwei unterschiedlichen Punkten löschen oder neu laden. Durch die Drehbrücke wäre der Weg viel kürzer gewesen. Doch dort ist zumindest im Moment für Schiffe noch kein Durchkommen. Wann sich das wieder ändert, ist gegenwärtig noch unklar.
