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NWZonline.de Region Bremerhaven

Nach Brand auf „Seute Deern“ ist Zukunft ungewiss

18.02.2019

Bremerhaven Eine ganze Nacht hat es gedauert – dann meldeten die Feuerwehren an Bord des Bremerhavener Museumsschiffes „Seute Deern“ am frühen Samstagmorgen „Feuer aus“. Wie es zu dem Brand im Vorschiff kommen konnte, der zwischen Innen- und Außenschalung nahe des Restaurantbereiches ausgebrochen sein muss, ist völlig unklar.

Sichtbar angeschlagen verfolgte Restaurantbetreiber Jens Schmidt die Lösch- und Aufräumarbeiten an Bord. „Bis zuletzt waren noch 40 Gäste und unser Personal an Bord. Irgendwann gegen 22.20 Uhr roch es am Freitagabend verbrannt. Wir dachten, das käme von einem Autobrand im nahen Parkhaus. Dort war die Feuerwehr im Einsatz. Keiner hat damit gerechnet, dass wir dem Feuer selbst so nahe waren“, sagte Schmidt.

Die Einsatzkräfte beim Löschen der Bark. Bild: Lars Kröger

So blieb am Ende sogar noch Zeit, im Restaurant die einzelnen Tische abzukassieren. Dann verließen Gäste und Mitarbeiter geordnet und ohne Panik die „Seute Deern“. Ob Schmidt jemals hierher zurückkehren wird“, ist gegenwärtig offen.

Fest dagegen steht, dass sowohl die Bark selbst als auch das Restaurant gegen Feuer versichert sind. „Wir haben bereits Kontakt zur Versicherung gehabt“, erklärte der Kaufmännische Geschäftsführer des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Konrad Otten, bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Sonnabend. Auch Schmidt war diesbezüglich aktiv.

Der Betreiber des beliebten und meist ausgebuchten Bordrestaurants würde am liebsten so schnell wie möglich weitermachen auf der „Seute Deern“. Doch ob das klappt, ist unsicher, denn der hundert Jahre alte und marode Holzfrachtsegler soll für über 30 Millionen Euro saniert werden. 17 Millionen hat der Bund schon in Aussicht gestellt. Der Rest soll von Land und Stadt kommen. Aber lassen sich diese Pläne nach dem Brand, der erheblichen Schaden angerichtet haben soll, überhaupt noch umsetzen?

Jens Schmidt hat seinen acht Auszubildenden schon nahegelegt, sich andere Stellen zu suchen. Auch die übrigen 30 Mitarbeiter, die am Sonnabend eigentlich Grünkohl servieren sollten, müssen sich wohl Gedanken machen.

Pächter Jens Schmidt weist darauf hin, dass in naher Zukunft kein Gastronomiebetrieb an Bord des Schiffes stattfinden kann. „Wir müssen alle Reservierungen stornieren und bedauern dies sehr. Besonders liegt mir die Zukunft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Herzen. Kollegen aus der Gastronomie haben bereits angeboten, Auszubildende zu übernehmen. Dafür bin ich trotz aller Trauer über den Brand sehr dankbar. Wir hoffen, dass wir den Restaurantbetrieb weiterführen können. Sobald hier eine Entscheidung gefallen ist, werden wir unverzüglich darüber informieren.“

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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