• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Bremerhaven

Folgen: Per „Rolle“ aus Corona-Krise

04.07.2020

Bremerhaven Wer sie finden will, muss erst einmal wissen, dass es sie überhaupt gibt. Claire Klindt betreibt einen gastronomischen Kleinbetrieb, bietet unter anderem Nems an. Nem heißt auf Vietnamesisch Frühlingsrolle. Und die können sich Kunden ganz nach Wunsch füllen lassen – mal mit Gemüse, mal mit Gehacktem. Auch Lachs ist im Programm. Alles muss abgeholt werden. Mitten im Fischereihafen, an der Knurrhahnstraße 9.

Von ganz allein kann man den kleinen Firmensitz kaum finden. Nur ein grünweißes Werbeplakat neben der Eingangstür weist auf die „Rollen-Spezialisten“ hin. Sie sind in der Halle X untergekommen. Das gilt im Fischereihafen als bekannte Adresse, denn dort fanden vor Jahrzehnten regelmäßig die großen Frischfisch-Auktionen statt.

Nach und nach sind an der Knurrhahnstraße kleinere Start-Ups eingezogen. Seit Ende August 2019 zählt auch Claire Klindt zu den Mietern der Fischereihafen Betriebsgesellschaft Bremerhaven (FBG). „Wir sind mit Begeisterung und Elan an die Sache herangegangen, haben jede einzelne Fliese geputzt, waren und sind bis heute von unserem Geschäftsmodell überzeugt“, erzählt die Firmeninhaberin in einem Gespräch mit der Nordwest-Zeitung.

Dann kam Corona und mit der Pandemie brachen die Einnahmen des Kleinunternehmens dramatisch weg. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert.

„Wir hatten die ganz großen Veranstaltungen im Blick. Die Sail, die Breminale, bedeutende Messen in anderen Bundesländern. Doch alles wurde abgesagt. Und selbst die Bio-Läden bestellten deutlich weniger“, so Klindt.

Soforthilfe hat die gebürtige Vietnamesin unverzüglich beantragt. Erst vor zwei Wochen ging Geld auf ihrem Konto ein – so wenig, dass sie damit nur wichtige Überweisungen tätigen konnte. „Wir sind wohl zu klein für höhere Zuschüsse“, meint Klindt und hat wahrscheinlich damit recht.

Jetzt gibt es einen kleinen Lichtblick: Es liegt eine Einladung zu einer Bio-Fachmesse in Nürnberg vor. Dort darf die Wahl-Bremerhavenerin ihre Produkte vorstellen. Dabei wird sie von Monika Kath nach Kräften unterstützt. Sie hat Claire Klindt während eines Praktikums kennengelernt. „Das hat mir prima gefallen und ich bin geblieben“, strahlt Kath. Ihre Chefin lächelt. Monika sei wie ein Sechser im Lotto.

Klindt sieht die Dinge ansonsten realistisch. Bis sich die Dinge in ihrer Branche wieder so anlassen, wie vor der Corona-Krise, meint sie, würde es noch bis mindestens März 2021 dauern. Bis dahin will sie sich nicht unterkriegen lassen, setzt weiterhin auf vietnamesische Rollen und gebratenen Reis.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
Rufen Sie mich an:
0471 95154216
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.