Bremerhaven - Mit den bösen Folgen mancher Sturmnacht hat man in Bremerhaven immer wieder zu kämpfen gehabt – auch in den für sicher gehaltenen Häfen hinter dem Weserdeich. Und genau dort, nahe des Verbindungshafens, schlug das Wetter am späten Sonntagabend wieder zu. Wie berichtet, riss sich der über 200 Meter lange Autofrachter „Don Quijote“ los, trieb auf die gegenüberliegende Seite des Hafen, krachte gegen ein Dock der Lloyd Werft und beschädigte an der Kaje einen Kran schwer. Der entstandene Schaden soll sich auf eine hohe sechsstellige Summe belaufen – mindestens. Das war die bisherige Schätzung der Wasserschutzpolizei, die genau herausfinden will, was am Sonntagabend geschah.
Die Bremerhavener Lloyd Werft ist Kummer gewohnt, wenn es einmal so richtig stürmt in Bremerhaven. In einer anderen Sturmnacht, am 14. Januar 2004, passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte.
Der Wind blies so kräftig, dass das an der Ausrüstungskaje liegende, fast fertige Kreuzfahrtschiff „Pride of America“, in Schräglage geriet. Durch Montageöffnungen drang auf der Steuerbordseite so viel Wasser ein, dass nicht nur vier Decks des brandneuen Luxusliners geflutet wurden, sondern auch noch der Maschinenraum.
Die wirtschaftlichen Folgen für die Lloyd Werft waren schwerwiegend: Insolvenz. Und die Versicherungen mussten tief in die Tasche greifen. Es wird geschätzt, dass das Heben und die Reparatur der „Pride of America“ damals rund 225 Millionen US-Dollar gekostet haben.
