Bremerhaven - In Bremerhaven bietet das Jugendamt Familien in Not die Gelegenheit, nach einem sozialen Rettungsring zu greifen. Gerade während der Coronapandemie ist der Bedarf offenbar recht groß. „Die Coronapandemie hat in vielen Familien Probleme noch verschärft. Nicht raus können, keine Kita, keine Schule, keine Freunde treffen, kein Sport. Gerade dann, wenn sich das Leben in einer kleinen Wohnung abspielt, liegen die Nerven schon einmal blank“, weiß Bruno Benthe, Abteilungsleiter für die Sozialen Dienste im Amt für Jugend, Familie und Sport.
Im vergangenen Jahr sind beim Bremerhavener Jugendamt 826 Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung eingegangen. Fälle, die den Allgemeinen Sozialen Dienst auf den Plan riefen. „146 waren ernste, oft akute Fälle. Bei 34 Prozent der Hinweise gab es zwar keine Kindeswohlgefährdung, allerdings waren Hilfe und Unterstützung vom Jugendamt dringend notwendig. Da sind wir drangeblieben. Anders in den übrigen Fällen. Das war falscher Alarm“, ergänzte Benthe. Aber der sei ihnen allemal lieber, als wenn einmal zu wenig hingeschaut werde.
Das Jugendamt weiß auch, dass es für den Schutz der Kinder oft ausreicht, den Eltern konkrete Hilfen anzubieten. Das sei häufig schon der Schlüssel zum Erfolg.
