Bremerhaven - Nichts deutete die schwere Havarie der Drehbrücke bei der Bremerhavener Nordschleuse an. Erst Anfang 2021 war das 1931 in Betrieb genommene Bauwerk von Fachleuten technisch untersucht und für sicher befunden worden. Die Experten sollten sich irren. Kurz vor Ostern riss einer der Obergurte. Schnell war klar: Irreparabel, Totalschaden.
Auch gut zwei Jahre später ist noch keine neue Brücke in Sicht. Gleich nach der Havarie hatte die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports bereits darauf hingewiesen, dass es bis zu einem Neubau fünf Jahre dauern könne. Inzwischen ist klar – auch dieses Zeitfenster wird am Ende wahrscheinlich nicht einzuhalten sein.
Um den Verbindungskanal überhaupt überqueren zu können, wurde als mobile „Brücke“ eine umgebaute Autofähre eingesetzt. Doch rüber dürfen hier nur Dienstfahrzeuge. Private Autos müssen den langen Umweg über die Kaiserschleuse nehmen.
Davon betroffen sind auch sämtliche Kreuzfahrttouristen. Ihre Zubringerbusse müssen sich ebenfalls über die Kaiserschleuse schlängeln.
Und ab wann ist die Columbusinsel, so wie früher, wieder von zwei Seiten erreichbar? Darauf ist zumindest in der Seestadt Bremerhaven gegenwärtig keine konkrete Antwort zu erhalten.
