Bremerhaven - Als die 294 Meter lange „Transgas Force“ Ende Juli Bremerhaven erreichte, war es draußen angenehm warm. Vier Monate später, beim Ablegen in der Seestadt, herrschte dichtes Schneetreiben. Inzwischen hat das Spezialschiff sicher das Seegebiet bei Rotterdam (Niederlande) erreicht. Doch auch das ist nur eine Zwischenstation. Einsatzort dürfte ab Februar kommenden Jahres, wie geplant, die niedersächsische Stadt Stade sein. Dort wartet man schon auf die schwimmende Gasfabrik.
Die „Transgas Force“ hat vieles, das andere Schiffe nicht haben – einmal ganz abgesehen von der Größe, denn der „Gastanker“ könnte von den Maßen her spielend als stattliches Kreuzfahrtschiff durchgehen.
Hohe Chartergebühren
Doch der in China gebaute Spezialist hat eine ganz andere Aufgabe. Über ihn können nämlich am LNG-Importterminal Stade pro Jahr bis zu fünf Milliarden Kubikmeter wiederverdampftes Gas umgeschlagen werden. Damit will sich die Bundesregierung von russischem Erdgas unabhängiger machen. Sie charterte insgesamt fünf solcher Spezialschiffe – und bezahlt dafür angeblich pro Tag und pro Schiff 200 000 Euro. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht.
Damit die „Transgas Force“ künftig erfolgreich in Stade eingesetzt werden kann, musste sie in Bremerhaven von Spezialisten der Lloyd Werft umgebaut werden. Davon betroffen war in erster Linie das an Bord befindliche Rohrleitungssystem. Benötigt wurden Rohre mit einem Durchmesser, die die Werft auf anderen Schiffen so noch nie verbaut hat.
Dockschleusung
Vorigen Dienstag war alles fertig in Bremerhaven, für Mittwoch plante man an der Kaiserschleuse eine Dockschleusung. Die kann nur dann erfolgen, wenn der Wasserstand in der Weser und im Hafenbecken gleich ist. Bei einer herkömmlichen Schleusung hätten die Schlepper keinen Platz mehr in der Kammer gefunden. Dockschleusungen sind eher selten.
