Bremerhaven - Viel Wasser von oben und von unten: Zu beneiden sind die Seeleute nicht, die bei strömendem Regen und heftigen Winden die „Gera“ klar zum Ablegen machen sollen.
„Das war bislang die kniffligste Überführung“, zieht der Chef des Historischen Museums, Dr. Alfred Kube, am Ende der insgesamt vierten Verlegung zur Werft Bilanz. Zuletzt war Deutschlands letzter Seitenfänger 2011 von seinem angestammten Liegeplatz im Schaufenster Fischereihafen weggeholt worden.
Die „Gera“ gehört dem Historischen Museum. Dort trägt man auch die Verantwortung für alles, was auf der Fahrt ins Trockendock passiert. „Lotse und Kapitän haben im Zweifelsfall nur beratende Funktion“, erläutert Kube. Zeitweilig ist unklar, ob man wegen des schlechten Wetters die ganze Aktion nicht besser absagen sollte. Doch dann machen die beiden Schlepper „Bugsier 17“ und „Mars“ an der „Gera“ fest. Im Dauerregen entfernt sich der 60 Jahre alte Trawler schließlich von der Kaje.
Unterwegs legen die Schlepper mit ihrer „Fracht“ noch einen Zwischenstopp an der Labradorpier ein. Hier wird umgespannt. Dadurch kann der längsseitige Schlepper die „Gera“ sicher am Heck auf den Haken nehmen. Dann geht es ohne Zwischenfall weiter ins nahe Dock 2 der Bredo-Werft.
Am Ende zeigt sich Kube erleichtert. „Alle Beteiligten haben hochprofessionell gearbeitet. Zum Glück haben wir in Bremerhaven dieses maritime Know how.“ Die Arbeiten auf der „Gera“ haben begonnen. Im April 2019 beginnt an Bord des schwimmenden Museums die nächste Saison.
