Bremerhaven - Nach der Kollision mit dem Schwimmkran „Hercules“ im südlichen Kaiserhafen ist der Großsegler „Alexander von Humboldt II“ inzwischen in den Fischereihafen verholt worden. Dort, bei der zur Heinrich Rönner Gruppe gehörenden Stahlbau Nord GmbH, soll das beschädigte Schiff repariert werden.

Jürgen Hinrichs, Sprecher der Deutschen Stiftung Sail Training, erklärte am Dienstag auf Anfrage, man rechne damit, dass die „Alexander von Humboldt II“ etwa drei bis vier Wochen ausfalle. Alle Reisen bis Ende September seien abgesagt.

Ein Bild von der Schadenslage machte sich am Dienstag ein Sachverständiger. Sollten die verknickten Rahen repariert werden können, was andere Schiffsexperten bezweifeln, dann beliefe sich der Schaden möglicherweise auf etwa 100 000 Euro.

Möglich wäre aber auch, dass die Stahlträger neu angefertigt werden müssen. Dann allerdings könnte die Instandsetzung der Bark nicht nur länger dauern, sondern auch deutlich teurer werden.

Die jetzt verbogenen Rahen waren beim Bau des Schiffes im Jahre 2011 in der Schweiz in Teilen hergestellt und von einer Bremerhavener Firma zusammengefügt worden.

Nicht äußern wollte sich Hinrichs zur Unfallursache, verwies auf Ermittlungen der Wasserschutzpolizei. Diese Ermittlungen richten sich angeblich auch gegen den Kapitän der „Alexander von Humboldt II“. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es am Dienstag allerdings noch nicht.

Das Schiff passierte am Montag ohne Schlepperbegleitung die Hebebrücke zwischen Neuem Hafen und Kaiserhafen. Danach mussten über 100 Passagiere mit ansehen, wie der grüne Segler gegen den Kran stieß.