Bremerhaven - Eigentlich ist alles so wie immer: Der historische Dampfeisbrecher „Wal“ hat seine Saison 2023 erfolgreich beendet, überwintert nun an seinem angestammten Liegeplatz am Neuen Hafen, unweit des Deutschen Auswandererhauses. Und doch ist diesmal etwas anders als sonst, denn der Eisbrecher dient als schwimmendes Klassenzimmer.
Prüfung in 2024
Im Mittelpunkt steht dabei Ralf Schaefer, Chef der Maschine. Er behält während der Ruhephase in der kalten Jahreszeit nicht nur die Technik im Bauch des schönen Schiffes im Blick, er fungiert an Bord zugleich auch als Lehrer. Gleich vier Neulinge unterrichtet der Chief, damit sie im Frühjahr ihre Prüfung zum „Maschinisten auf Traditionsschiffen“ ablegen können.
„Es gibt Spiegeleier“
Jeden Dienstag also verwandelt sich der Salon der „Wal“ in ein Klassenzimmer. Doris Lilkendey, Peter Bergmann, Carsten Clausssen und Wolfgang Treichel schreiben eifrig mit, wenn der ehemalige Seemann Schaefer über die Besonderheiten der Kesselanlage an Bord spricht. Und damit es nicht langweilig wird, reichert er den Unterrichtsstoff mit einigen Anekdoten aus seinem Seefahrtsleben an.
Während also im Salon für die Prüfung gelernt, in der Maschine geschraubt und an Deck ausgebessert wird, steht Koch Nevio Cukon (70) in der Kombüse am Herd. Der gelernte Koch muss manchmal für bis zu 60 Personen an Bord Essen zubereiten. Und was gibt es heute? „Mediterrane Kartoffeln und Spiegeleier“, ruft Cukon.
Kapitän an Bord
Auch „Wal“-Kapitän Ingo Daul ist regelmäßig an Bord, entwirft die Reisepläne für die kommende Saison. Doch vorher muss die Kesselanlage repariert werden. Und auch noch das: An allen Adventssonntagen gibt es auf der „Wal“ Kaffee und Kuchen.
