Bremerhaven - Als sich am späten Sonntagabend während eines kurzen Sturms der mehr als 200 m lange Autofrachter „Don Quijote“ im Verbindungshafen losriss, auf die andere Seite des Hafenbeckens trieb und dort gegen ein Dock der Lloyd Werft prallte, müssen enorme Kräfte am Werk gewesen sein. Einer der Stahlpoller, an denen das Schiff befestigt war, riss aus der Kaje heraus, fiel ins Wasser und versank. Tauchern ist es inzwischen gelungen, den „schweren Brocken“ zu lokalisieren. Er wurde geborgen.
Kran umgestürzt
Damit ist der Zwischenfall aber noch längst nicht erledigt – wenn auch die zunächst befürchteten, gravierenden Folgen wohl doch nicht ganz so schlimm ausfallen. Die Lloyd Werft ist in der Lage, den entstandenen Schaden am Dock selbst zu reparieren. Daher dürfte es auch nicht zu Auswirkungen auf die Auftragslage des Unternehmens kommen.
Nicht aus eigenen Mitteln zu bewältigen ist wohl die Bergung eines umgefallenen Werftkrans. Ob das große Gerät überhaupt noch zu gebrauchen ist, wird von Experten mit Blick auf die möglicherweise stark beeinträchtigte Statik bezweifelt. Auch der Gesamtschaden wurde bislang noch von keiner Seite konkreter beziffert. Wie berichtet, sieht die Wasserschutzpolizei ihn im hohen sechsstelligen Bereich.
Erinnerungen
Im Jahre 2004 gab es schon einmal einen schweren Sturmunfall bei der Lloyd Werft. Damals bekam das brandneue Kreuzfahrtschiff „Pride of America“ Schlagseite und fasste Wasser über vier Decks und den Maschinenraum. Die Versicherungen wendeten einen dreistelligen Millionenbetrag für Bergung und Reparatur auf.
