Bremerhaven - Was die „Seute Deern“ für den Alten Hafen ist, bedeutet die „Gera“ für das Schaufenster Fischereihafen: ein Schiff mit Symbolcharakter. Zuständig für den alten Fischdampfer ist das Historische Museum. Gemeinsam mit den Mitgliedern eines Fördervereins wird genauestens darauf geachtet, dass der wertvolle Seitentrawler stets gut in Schuss ist.
Nun muss das Schiff seit 2011 erstmals wieder aus dem Wasser. Der Rumpf der „Gera“ soll gereinigt und neu konserviert werden, denn Bewuchs und Seepocken aus dem Brackwasser des Hafens greifen den Stahl an. Eine zweite große Erhaltungsmaßnahme ist die Erneuerung des über 200 Quadratmeter großen Arbeitsdecks.
Dazu erklärte der Direktor des Historischen Museums, Dr. Alfred Kube: „Wir sind sehr froh, dass unser Finanzierungsantrag an den Europäischen Meeres- und Fischereifond positiv entschieden wurde.“ Dadurch sei man nun in der Lage, die schiffbauliche Substanz der „Gera“ auch für die Zukunft zu sichern, damit sie weiterhin ein fester Bestandteil des Schaufensters Fischereihafen bleiben könne.
Nach dem Ende der Besuchersaison wird die „Gera“ dann von mindestens einem Schlepper abgeholt. Der Weg bis zur Bremerhavener Dockgesellschaft „Bredo“ ist nicht weit. Dort liegt, wie berichtet, einer der größten Schiffssanierungsfälle dieser Zeit, die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Bundesmarine. Mehr als 100 Millionen Euro soll die Herrichtung des 1958 kielgelegten Großseglers kosten. Dagegen erscheint der Finanzaufwand für die „Gera“ (500 000 Euro) eher klein.
