Bremerhaven - Auch vier Tage nach der angekündigten Schließung des Kaufhauses Karstadt ist diese Entscheidung für die Bremerhavener Politik nicht nachzuvollziehen, denn die Filiale im Columbus-Center soll angeblich bis zuletzt schwarze Zahlen geschrieben haben. Sprecher mehrerer Parteien bezeichneten es als nicht erklärbar, warum sich der Konzern in der Seestadt von so vielen Mitarbeitern trenne. Auch habe die Entscheidung offenbar nichts mit den Folgen der Corona-Krise zu tun. Schon zuvor habe sich das Unternehmen „verschlanken“ wollen.

Sönke Allers, SPD-Fraktionssprecher in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung, kündigte am vergangenen Sonntag an, man müsse unverzüglich über eine Nachnutzung der Immobilie reden. „Wir werden unsere City auf neue Beine stellen“, versprach der Politiker in einer Stellungnahme. Ein jahrelanger Leerstand wie seinerzeit bei Horten dürfe es keinesfalls ein zweites Mal geben.

Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sowie die Spitzen von SPD, CDU und FDP wollen sich dem Vernehmen nach mit der Wirtschaftsförderung kurzschließen, damit unverzüglich Gespräche mit interessierten Investoren geführt werden können.

Parteiübergreifend ist man sich darüber hinaus offenbar einig, dass als Karstadt-Nachfolger kein Billiganbieter als neuer Nachmieter in Betracht gezogen werden dürfe.