Bremerhaven - Experten sind sich einig: Eine Großstadt wie Bremerhaven sollte unbedingt über ein stationäres Hospiz verfügen. Seit 1995 laufen eher verhaltene Planungen, eine konkrete Umsetzung ist bislang nicht in Sicht. Der Grund: Die Kostenfrage ist ungeklärt. Während niedersächsische Mittelzentren wie zum Beispiel Westerstede im Ammerland zeigen, dass man auch diese Hürde erfolgreich überspringen kann, hat Bremerhaven es bislang noch nicht zu einer Einrichtung für sterbenskranke Menschen geschafft.
Das war auch der Grund für eine prominent besetzte Expertenrunde, die sich auf Initiative der CDU-Stadtverordnetenfraktion im Haus der Arbeiterwohlfahrt (AWo) traf. Eindruck machte vor 70 Gästen dabei vor allem ein Beitrag von Mark Castens aus Ovelgönne, der für Bremerhaven eine wohnortnahe Versorgungsform sterbenskranker Menschen anregte. „Da im bundesdeutschen Gesetzgebungsverfahren für die stationäre Hospizversorgung kein Bezug auf regionale Strukturen zu finden ist und die wohnortnahe stationäre Hospizversorgung nicht gesondert berücksichtigt wurde, verweisen die Kassen als Kostenträger, aber auch der Bremer Senat gern auf eine mögliche Kooperation mit dem Umland“, bedauerte Castens. Einig waren sich auch die übrigen Fachleute, dass für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Hospizes nicht auf das Umland zurückgegriffen werden sollte.
Volker Tegler (AWo) stellte klar, dass Bremerhaven ein Hospiz brauche, während Dr. Hartmut Hundhausen erklärte, die Nachfrage nach Hospizleistungen nehme stetig zu. Zugleich versprach die Bürgerschaftsabgeordnete Sandra Ahrens (CDU), sie werde sich für eine Anschubfinanzierung einsetzen.
