Bremerhaven - Das Buch „Das Boot“ von Lothar-Günther Buchheim ist ein Bestseller, der Film ein Welterfolg. Grundlage für die eindrucksvolle Geschichte aus der Atlantik-Schlacht im Zweiten Weltkrieg war die 7. Feindfahrt von U 96 vom 27. Oktober bis zum 6. Dezember 1941. Buchheim war damals als Kriegsberichter an Bord.
Genau 75 Jahre später veröffentlichte die Nordwest-Zeitung in einer viel beachteten Serie erstmals die Tagebücher, die der Leitende Ingenieur, Oberleutnant zur See (Ing.) Friedrich Grade, damals an Bord von U 96 heimlich geführt hat.
Der Autor der Serie, Gerrit Reichert, hielt am Mittwochabend im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven vor knapp 200 Zuhörern einen Vortrag über seine Recherchen, über Friedrich Grades Tagebuch und die Frage, wie Lothar-Günther Buchheim mit seinem Roman am Mythos der deutschen U-Boot-Fahrer gestrickt hat.
Grades sachlich-nüchternen Tagebucheinträgen stehen die dramatischen Inhalte des Romans gegenüber. „Buchheims Wortgewalt und Fantasie ließen später die Fiktion zu einem allgemein gültigen Bild des U-Boot-Kriegs in Deutschland werden“, resümiert Reichert in der NWZ -Serie: „Dank des Tagebuchs des Leitenden Ingenieurs von U 96 können wir nun zeitgenössische Realität und Nachkriegs-Fiktion recht gut voneinander unterscheiden.“
