Bremerhaven - Der Rückbau der morschen Bark „Seute Deern“ ist längst beschlossene Sache: Dennoch können sich Fans des Bremerhavener Großseglers auf einen Rundgang über das Schiff freuen - wenn auch nur digital. Die 100-jährige „Seute Deern“ soll in einem 360-Grad-Modell verewigt werden, wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum mitteilte. Virtuelle Besucher hätten den Vorteil, dass sie auch an Orte gelangten, die vorher nicht begehbar waren, sagte Direktorin Sunhild Kleingärtner am Donnerstag.
Finanziert wird das Projekt aus Bundesmitteln. Dem Museum stehen für die digitale denkmalpflegerische Dokumentation 267 000 Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen aber auch Schiffsobjekte wie etwa die Galionsfigur restauriert werden. Wann das 3-D-Modell fertig sein wird, ist noch unklar.
Zum größten Teil wurde das Schiff bereits mit einem Laserscanner vermessen, sagte Projektleiter Lars Kröger. Es fehlten aber noch die unzugänglichen Bereiche wie die zwischen der Außen- und der Innenwand sowie die des äußeren Unterwasserbereichs. Diese könnten erst während des Rückbaus gescannt werden. Wann dieser beginnt, steht ebenfalls noch nicht fest. Das Abwracken kostet drei Millionen Euro.
Die „Seute Deern“ gilt als Wahrzeichen Bremerhavens und gehört zur Flotte des Schifffahrtsmuseums. 2019 brach erst ein Feuer an Bord aus, später sank das Schiff. Nun liegt der Rumpf in einem Sandbett im Museumshafen. Der Bund sicherte 47 Millionen Euro für einen Neubau zu, bislang fehlt aber ein Konzept. Auch für den Neubau könnte das dreidimensionale Modell hilfreich sein, sagte Kröger: „Bisher gab es keine Konstruktionspläne der ‘Seute Deern’.“
