Bremerhaven - Die Stadt Bremerhaven pocht darauf, stärker in das Genehmigungsverfahren für den Abriss des Kernkraftwerks Unterweser einbezogen zu werden. „Der Rückbau des Kraftwerks wird von der Stadt Bremerhaven durchaus positiv bewertet – wenn dabei die gesetzlichen Vorgaben in besonderem Maß Berücksichtigung finden“, betonte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD).

Der Magistrat zweifelt allerdings daran, dass diese Vorgaben eingehalten werden. Während eines Informationstermins zur Umweltverträglichkeitsprüfung seien Unterlagen präsentiert worden, die im Auftrag der Antragstellerin E.ON Kernkraft erarbeitet worden seien. „Das Risiko einer Interessenskollision ist nicht auszuschließen und könnte zu nicht hinnehmbaren Nachteilen für die Bürgerinnen und Bürger führen“, kritisierte der OB. Die Stadt Bremerhaven erwarte deshalb, dass diese und auch künftige Unterlagen durch unabhängige Fachgutachter geprüft und beurteilt würden.

Der Magistrat vermutet, dass E.ON radioaktiv belastete Bauwerks- und Betriebsbestandteile auf dem Gelände des KKU längerfristig zwischenlagern will. „Eine angedachte Zwischenlagerung von radioaktivem Material auf dem Gelände des KKU darf nicht zu einer langfristigen Lösung werden. Wir erwarten hier von allen Verantwortlichen verstärkte Anstrengungen beim Suchen und Finden eines atomaren Endlagers“, sagte die Umweltdezernentin Anke Krein (Grüne).

Auch sei es bedenklich, dass dem Vernehmen nach die notwendige Anzahl von so genannten Castor-Behältern zur Aufbewahrung von radioaktivem Material nicht in ausreichender Menge für den Rückbau des Kernkraftwerks zur Verfügung stehe, so die Umweltdezernentin.