BüRGERFELDE - Hajde, Hajde – das ist nicht etwa eine Begrüßung, sondern eine Folkloretanzgruppe. Diese schwingt ihre Hüften unter anderem auf bulgarische, griechische und türkische Art. Hajde, Hajde bedeutet soviel wie „auf, los“ – genauso dynamisch tanzt die rund 30-köpfige Gruppe auch.
„Wir tanzen überwiegend in Reihen und offenen Kreisen. Ich spüre, wie durch die Bewegungen ein starkes Gemeinschaftsgefühl entsteht“, erzählt Elke Pannemann. „Die meisten Menschen verbinden Folklore aber mit bayrischem Volkstanz“, erzählt ihre Freundin Heike Unnewehr. Dabei geht es in dieser Tanzgruppe alles andere als gemächlich zu. „Wir bewegen uns temperamentvoll. Balkan-Tänze sind schnell. Nur der irische Tanz kann mithalten“, erzählt Tanzlehrerin Heidi Zieger.
Die Frauen bringen Zuschauer oft zum Staunen. „Als wir beim internationalen Fest in der Kulturetage auftraten, tobten die Menschen, machten mit, feuerten uns an. Das war ein tolles Gefühl“, erinnert sich Zieger. Für Auftritte wie diesen ziehen die Frauen ihre Kostüme an. „Wenn ich eine Tracht an habe und tanze, bekomme ich ein ganz anderes Lebensgefühl. Uns haben die Menschen schon gefragt, ob wir überhaupt deutsch sprechen“, lacht Heike Unnewehr. Trachten tragen die Frauen nur bei Auftritten. „Wenn wir trainieren, ziehen wir Sportbekleidung an, das wäre sonst zu viel Aufwand und heiß“, fügt Unnewehr hinzu. Elke Pannemann besitzt sogar eine 100 Jahre alte Tracht aus Makedonien. Um sich so bewegen zu können wie die Tänzerinnen, braucht man mehr als nur zwei Beine. „Eine gewisse Begabung gehört dazu. Man muss ein musikalisches Gehör haben und dieses mit den Bewegungen kombinieren können“, meint Heike Unnewehr. Diese Grundvoraussetzungen bauen sie auch ständig aus – bei gemeinsamen
Tanzurlauben.
