Westerstede/Augustfehn - Einen ganzen Katalog von Fragen an die Politiker haben die beiden neunten Klassen des Realschulzweigs der Oberschule Augustfehn zum NWZ -Polit-Talk in Westerstede mitgebracht. Mareike Arntjen und Chantal de Regt konnten es kaum erwarten, mit den anderen Schülern die Politiker auszufragen.

„Wir hatten das Thema in der Schule. Erst hat es uns weniger interessiert, aber dann wurde es immer spannender“, sagte die 14-jährige Mareike. Einer der beiden Klassenlehrer, Ingo Zach, bot den Jugendlichen schließlich an, bei der Talkrunde dabei zu sein. „Wir haben in Politik das Thema Bundestag, dazu sollen wir eine Mappe, ein Portfolio, erstellen“, sagte die 15-jährige Chantal. Von der Talkrunde und der Fragerunde erwarteten die Schüler zusätzliche Informationen für ihre Arbeit.

„Wir haben gleich am ersten Schultag damit angefangen, uns vorzubereiten“, sagte Chantal. Über das Soziale Netzwerk Facebook organisierten die beiden Mädchen, wer welche Fragen stellen soll.

Heraus kam ein bunt gemischter Fragenkatalog. „Dabei haben wir schon auf die Parteien geachtet und auch auf Themen, die uns als Jugend betreffen“, erklärt Chantal. Die wichtigste Frage: Was würden Sie für uns Jugendliche machen?

Ein bisschen aufgeregt setzten sich die Augustfehner Schüler schließlich in den Saal des Dannemann-Forums. Als die Fragerunde begonnen hatte, waren sie als Erstes dran, und statt, wie ursprünglich vorgesehen einer, gleich vier Fragen stellen. Nils, Lea und Steven trauen sich – fragten den Außenminister Guido Westerwelle, ob er sich denn schon immer für Politik interessiert habe. Verteidigungsminister Thomas de Maizière muss darauf antworten, warum er sich den Beruf des Politikers ausgesucht hat. Auch die Vor- und Nachbereitung für die Soldaten im Afghanistan-Einsatz ist den Jugendlichen wichtig, schließlich könnte es Verwandte oder sie selbst einmal treffen, mit der Bundeswehr im Auslandseinsatz zu sein.

Und zum Schluss die wichtigste Frage für die Schüler: Was tun Sie für uns Jugendliche? Dennis Rohde, der SPD-Kandidat fürs Ammerland und Oldenburg, durfte darauf antworten.

Am Ende hatten die Oberschüler zwar die wichtigsten Fragen gestellt. „Die Politiker haben alles beantwortet. Aber oft haben sie auch drum herum geredet“, sagte Mareike nach der Talkrunde. Infos haben die Schüler nun trotzdem zur Genüge gesammelt.

„Am Anfang hatten wir nicht so die Vorstellung, wo genau die Unterschiede bei den Parteien liegen“, sagte Chantal.

Aber wen sie wählen würden, wenn sie bei der Bundestagswahl am 22. September ihr Kreuz machen dürften – das wissen die Schüler noch nicht. „Dazu müssten wir einfach mehr über die Politiker wissen“, fasst Mareike zusammen.