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NWZonline.de Bundestagswahl

Spontan-Interview und Mengen-Bad mit Mikro

26.08.2013

Oldenburg Wer erst zur Rede eintrifft, hat das Beste verpasst. Bevor Bernd Lucke am Sonntag kurz vor Mittag die Bühne auf dem Schlossplatz betritt, hat der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) bereits geraume Zeit inmitten der drei- bis vierhundert Besucher mit den Menschen übers Mikro diskutiert.

Das Bad in der Menge mögen die am Tag nach den Bremer Vorfällen verstärkt kontrollierenden Sicherheitskräfte mit Skepsis betrachten, doch die Polizei muss nicht eingreifen. Drei Transparente („Heimat, Halt’s Maul“), ein paar Zwischenrufe – das war’s.

Im Dialog geben die Bürger Lucke die Chance, das Image der monothematischen Bewegung etwas zu korrigieren – und der AfD-Chef nutzt sie. Energieversorgung, Subventionen, innerparteiliche Demokratie – wer fragt, bekommt Antwort.

Doch als er die Bühne betritt (nachdem die örtliche Kandidatin Melanie Wever gezeigt hat, wie lang 20 Minuten erscheinen können), wandelt sich das Bild. Lucke ist bei seinem Thema (Südeuropa und der Euro), jongliert mit dreistelligen Milliardenbeträgen – und als er nach einer Stunde kurz soziale Sicherung und Zuwanderung streift, hat der Professor vor der Pointe („lieber eine Partei mit echten Professoren als mit falschen Doktoren“) den Platz halbleer geredet.

Tags zuvor ist es sicherheitsmäßig entspannter. Da schlendert Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin auf dem Weg vom NWZ -Gespräch zur Lappan-Bühne mal eben am Wahlkampfstand seiner Partei in der Fußgängerzone vorbei und wird beim Gewerkschaftsstand gegenüber vom DGB-Vorsitzenden zum Spontan-Interview gebeten.

Trittin lässt sich darauf ein – und sofort bildet sich eine Menschentraube. Die Antworten kommen routiniert, aber der Gast ist nicht immer pflegeleicht. Die vom DGB erhoffte Signatur auf dem Papier mit den Gewerkschaftspositionen bleibt aus. „Ich unterschreibe gar nix“, sagt Trittin und zieht zum Lappan, wo ihn eine runde Hundertschaft erwartet; überwiegend Anhänger.

Da zeigt der Wahlkämpfer, was er kann. Wann immer es geht, überlässt Trittin dem örtlichen Kandidaten Peter Meiwald das Wort. Er ist zwar der Star, aber der andere soll hier gewählt werden.

Energiewende, Dosenpfand, Griechenland oder Steuererhöhungen: Die Frager treiben Trittin quer durch den einschlägigen Katalog. Und der weiß genau, wo er sich befindet. Als einer die Perspektive Schwarz/Grün ausloten möchte, meint er: „Ich könnt’ jetzt ja was zu den Erfahrungen von Schwarz/Grün in Oldenburg sagen, mach’ ich aber nicht.“

Michael Exner Autor
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