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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Butjadingen

Sie erwecken Blumen zu neuem Leben

19.09.2019

Burhave Die japanische Kunst des Papierfaltens, Origami, kennt fast jeder. Doch dass es auch eine japanische Kunst des Blumensteckens gibt, ist wohl weit weniger verbreitet. Ikebana heißt diese Kunstform, was grob übersetzt „Blumen zum Leben erwecken“, bedeutet. Die Vergänglichkeit der Kunstwerke verstärkt dabei ihre Besonderheit.

Die gebürtige Butjenterin Anke Helm-Brandau ist Ikebana-Meisterin der Ohara-Schule. Rund 3000 verschiedene Ikebana-Schulen gibt es, die alle einen anderen Stil lehren, erzählt Anke Helm-Brandau. Der Stil der Ohara-Schule sei sehr naturverbunden, sagt die 68-Jährige, die auch Vizepräsidentin des Ikebana-Bundesverbandes ist. Inzwischen wohnt Anke Helm-Brandau im Ammerland. Sie leitet aber die Ikebana-Gruppe in Butjadingen.

Regelmäßige Workshops

Die Gruppe besteht aus rund zehn Mitgliedern aus der nördlichen und südlichen Wesermarsch. Viermal im Jahr trifft sich die Gruppe zu Workshops im Burhaver Atrium. Dann entstehen zur jeweiligen Jahreszeit passende Gestecke. Die Gruppe existiert seit etwa sieben Jahren. „Da hatte ich eine Ausstellung in der Galerie am Wehlhamm“, erzählt Anke Helm-Brandau. Nach der Ausstellung meldeten sich einige interessierte Besucher. Daraus ist die Butjadinger Gruppe entstanden, erzählt die 68-Jährige.

Gundel Vollert aus Stollhamm ist seit Gründung der Gruppe dabei. Da war sie schon ein alter Hase im Ikebana. „Kennengelernt habe ich Ikebana mit 16 Jahren. Dann habe ich eine Ikebana-Schule in Bremerhaven gefunden“, berichtet sie. Ihre tollen Gestecke haben Ingeborg Laverenz schon immer fasziniert, gibt die Stollhammerin zu.

Die beiden sind zusammen zur Schule gegangen. Vor zwei Jahren stieß Ingeborg Laverenz dann selbst zur Ikebana-Gruppe. Für ihre Arrangements pflückt sie, was ihr Garten hergibt, erzählt sie. Deshalb kreiert sie am liebsten freie Formen, die nicht so festgelegt sind. Ikebana kennt verschiedene Grundformen. In der aufrechten Form werden die Materialien eher vertikal, also in die Höhe, arrangiert. Die geneigte Form enthält dagegen Elemente, die sich eher in die Waagerechte neigen, erklärt Anke Helm-Brandau.

Das sogenannte Morimono besteht aus „angehäufelten Dingen“. „In Japan gibt es kein Erntedankfest. Obst und Früchte werden aber oft im Morimono arrangiert“, berichtet die 68-Jährige. Das Material gibt oft die Form vor, sagt sie. Denn ein zur Seite gebogener Zweig erzeuge automatisch eine geneigte Form.

Linien herausarbeiten

Das Gefäß, in dem das Gesteck arrangiert wird, wird dabei ebenso zum Gestaltungselement, wie das Wasser für die Blumen. Sie bilden zwei eigene Linien. Die Linien sind im Ikebana besonders wichtig. Himmel, Mensch und Erde werden die drei Hauptlinien genannt. So ist es beim Ikebana ein Muss, mit verschieden langen Elementen und unterschiedlichen Formen zu arbeiten.

Beim Material ist grundsätzlich alles erlaubt. Auch vertrocknete Blätter oder schrumpelige Beeren können in Szene gesetzt werden und so sogar einen besonderen Akzent setzen. Wichtig ist aber auch hier, die Linien des Materials herauszuarbeiten, sagt Anke Helm-Brandau. Um ein stimmiges Bild zu schaffen, darf auch mal ein Blumenstängel abgeknickt werden, sagt sie. Die Gestecke können spezielle Themen haben. Bei einer „Landschaft“ arrangiert der Künstler Materialien, die auch in der Natur nebeneinander vorkommen können.

Für Ingeborg Laverenz ist das arrangieren der Blumen „einfach total entspannend“, erzählt sie. Mit ihrer Begeisterung hat sie auch Bärbel Eilers angesteckt. Der Seefelderin gefällt am Ikebana vor allem, dass sie mit nur wenigen Blumen ein schönes Gesteck arrangieren kann. „Es ist minimalistisch. Aber man kann eigentlich alles an Material verarbeiten, was man hat“, sagt Ingeborg Laverenz. „Wer sowieso schon eine dekorative Ader hat, für den ist es das I-Tüpfelchen“, schwärmt sie.

Zum nächsten Workshop treffen sich die Mitglieder der Gruppe am 26. Oktober im Atrium. Interessierte können sich an Anke Helm-Brandau unter Telefon  04489/3933 wenden.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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