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Papierbooteregatta In Butjadingen Leinen los für die „Söte Deern“


Mit Sekt und Seemannsliedern: Am Dienstag haben die Blinkfüer-Mitglieder ihr neues Papierboot getauft. Ihre Seetauglichkeit muss die „Söte Deern“ am Freitag unter Beweis stellen. Vorher wird sie mit Wasser nicht in Berührung kommen. 
Detlef Glückselig

Mit Sekt und Seemannsliedern: Am Dienstag haben die Blinkfüer-Mitglieder ihr neues Papierboot getauft. Ihre Seetauglichkeit muss die „Söte Deern“ am Freitag unter Beweis stellen. Vorher wird sie mit Wasser nicht in Berührung kommen.

Detlef Glückselig

Butjadingen - Diese „Deern“ tritt kein leichtes Erbe an. Drei Jahre lang ist der Shantychor Butjenter Blinkfüer mit seiner „Emma“ von Pokal zu Pokal geschippert. Nun haben die Shanties ein neues Schiff gebaut. Am Dienstag ist die „Söte Deern“ auf dem Vorplatz des Stollhammer Gemeindehauses, dessen Garage als Werft diente, getauft worden. Ob sie mit ihrer Vorgängerin mithalten, diese gar besiegen kann, wird sich am Freitag bei der Papierbooteregatta in Hafen von Fedderwardersiel zeigen. Denn dort ist auch die Ex-„Emma“ wieder am Start.

Um 15 Uhr fällt am Freitag der Startschuss für das Papierbooterennen, das wieder im Rahmen der Fedderwardersieler Kutterregatta stattfindet und bei dem diesmal neun Boote dabei sein werden.

Das von Tourismus-Service Butjadingen (TSB) aufgestellte Reglement für das Rennen besagt, dass eine Crew maximal drei Mal mit demselben Boot an den Start gehen darf. Für viele Teams ist diese Regel sehr leicht einzuhalten, weil ihr Boot schon beim ersten Rennen im Hafenbecken versinkt. Nicht so die „Emma“, die auch nach ihrem dritten Einsatz in Fedderwardersiel noch gut in Schuss war.

Von wegen Gnadenbrot

Um nicht gegen die Regeln zu verstoßen, entschieden die Shanties um Chorchef Enno Rennies dennoch, ein neues Boot zu bauen. „Die Emma kriegt ihr Gnadenbrot, drum brauchen wir ein neues Boot“, lautete am Dienstag einer der Reime des Taufgedichts. Tatsächlich kann von Gnadenbrot aber kaum die Rede sein. Blinkfüer hat die „Emma“ an die Jugendfeuerwehr Brake-Golzwarden verschenkt. Deren Mitglieder haben das Boot aufgemöbelt, um am Freitag in Fedderwardersiel damit ins Rennen zu gehen. Es kommt also zum direkten Vergleich.

Den scheuen die Blinkfüer-Skipper nicht, denn natürlich haben Dr. Ulrich Hartmann, Hartmut Neumann und Norbert Fax als Hauptbaumeister der „Söten Deern“ sowie Georg König, der für den Anstrich zuständig war, ihr Bestes gegeben. In zweierlei Hinsicht hat das neue Boot seine Vorgängerin schon geschlagen, ehe es überhaupt Wasser unterm Rumpf hat: Die „Söte Deern“ ist schwerer und mit 3,99 Metern auch länger als die „Emma“. Ob das Vorteile im Wasser mit sich bringt, bleibt abzuwarten.

Die einer Kogge nachempfundene „Söte Deern“ ist aber auch schnittiger. Wo die „Emma“ Kanten aufweist, hat sie geschmeidige Rundungen. „Die Schwierigkeit beim Bauen bestand darin, etwas Eckiges rund zu machen“, sagt Ulrich Hartmann. Damit spielt er auf die wichtigsten Bauteile des neuen Bootes an: „Capri Sonne“-Kartons. Die hat Enno Rennies in der Mensa das Nordenhamer Gymnasiums, dessen Hausmeister er war, abgestaubt. 280 solche Kartons stecken in der „Söten Deern“, dazu haufenweise Pack- und Druckerpapier sowie Papp-Rollen und -Winkel, mit denen sich besagte Rundungen fertigen ließen.

Von Mitte März bis Mitte Mai haben Ulrich Hartmann, Hartmut Neumann und Norbert Fax mit Unterstützung weiterer Blinkfüer-Mitglieder an der „Söten Deern“ gebaut. Dann folgte das Feintuning. Rita und Rudi Milbrandt, die den Schlüssel fürs Gemeindehaus haben, versorgten die Baumeister regelmäßig mit Kaffee, Tee und Kuchen.

Training auf der Weser

Nun ist alles fertig, und die Regatta kann kommen. Bei der Taufe wurde am Dienstag der Name des Bootes feierlich enthüllt und mit Sekt begossen. Und es wurde auch das Segel gesetzt – das am Freitag allerdings gerefft sein wird. Ulrich Hartmann und Rudi Ehlers, die die „Deern“ steuern, müssen mit Muskelkraft ins Ziel kommen. Ein Paddeltraining auf der Weser haben sie schon absolviert.

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