Butjadingen - Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg hat drei Tourismusregionen ausgewählt, für die in den kommenden Monaten mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ein umfassendes Konzept zur Förderung der Elektromobilität erarbeitet werden soll. Butjadingen ist eine davon. „Das ist eine tolle Chance für die Gemeinde“, kommentiert Bürgermeisterin Ina Korter die gute Nachricht aus Hannover.

Elektromobilität ist für Butjadingen kein Neuland. Im Juli 2015 hatte Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion, in Burhave über das Thema einen Vortrag gehalten. Vier Monate später war er erneut in Butjadingen zu Gast, um zwei E-Autos zu übergeben, die die Gemeinde sowie Tourismus-Service Butjadingen im Rahmen eines Modellversuchs von der Metropolregion geleast haben.

Dienstfahrten im E-Auto

Die Beschäftigten der Gemeindeverwaltung nutzen ihr E-Auto für Dienstfahrten und haben schon über 7500 elektrische Kilometer zurückgelegt. Die TSB verfügt über zwei strombetriebene Autos und stellt diese testhalber auch Touristen zur Verfügung – ein Angebot, das auf viel Resonanz stößt.

Und damit nicht genug: Die Kurgesellschaft gewährt Urlaubern, die per Elektroauto anreisen, eine Reihe von Vergünstigungen. Dieses sogenannte Klimapaket wird zwar noch relativ wenig in Anspruch genommen. Doch das könnte sich ändern, wenn erst das Konzept zur Elektromobilität für Tourismusorte (ETO) vorliegt. Der Startschuss soll am 1. September fallen, das Konzept dann ein Jahr später fertig sein – so der am Förderzeitraum des Ministeriums ausgerichtete Zeitplan.

aTTRAKTIVITÄT STEIGERN

„In dem Projekt soll gezeigt werden, wie Tourismusregionen durch einen offensiven Umgang mit Elektromobilität an Attraktivität gewinnen können“, sagt Raimund Nowak. Neben der Ferienhalbinsel Butjadingen hat die Metropolregion als weitere Partner die Insel Rügen sowie die Bahnstrecke Celle-Uelzen, bei der vor allem die Bahnhöfe im Mittelpunkt stehen werden, ausgewählt. Beim Erarbeiten des Konzepts will die Metropolregion die jeweiligen Kommunen sowie die touristischen Leistungsträger stark mit einbinden.

Welche Möglichkeiten gibt es, durch Elektromobilität das saisonbedingte Verkehrsaufkommen in Tourismusregionen zu reduzieren? Wie lässt sich Elektromobilität im Tourismus als ein Markenzeichen etablieren? Wo gibt es Kooperationsmöglichkeiten zwischen touristischen Akteuren und Mobilitätsanbietern? Und wie lässt sich die Infrastruktur zur Bereitstellung von Ladestrom aus erneuerbaren Energiequellen verbessern? Das sind nur einige der Frage, die mit dem ETO-Konzept beantwortet werden sollen.

Liegen klare Handlungsempfehlungen vor, müsse geguckt werden, wer was umsetzen kann, sagt Ina Korter. Sie freut sich auf eine intensive Zusammenarbeit nicht nur mit der Metropolregion, sondern auch mit den anderen beiden Tourismusregionen, die mit im Boot sitzen. Die Bürgermeisterin verspricht sich davon einen spannenden Austausch und wertvolle Kontakte für Butjadingen.