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Feuer in Sandkrug
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Aktualisiert vor 16 Minuten.

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Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Butjadingen

„Ein Herz und eine Seele“

21.10.2019

Eckwarden Ekel Alfred ist wieder da. In Person von Christoph Thien. Er stand nun für die Eckwarder Wattspöker auf der Bühne und verkörperte den übellaunigen Choleriker so auf den Punkt, dass die Zuschauer aus dem Lachen nicht mehr herauskamen.

Fernsehserie

Von 1973 bis 1976 lief im deutschen Fernsehen eine Serie, die zum absoluten Kult werden sollte: „Ein Herz und eine Seele“. In 25 Folgen erwies sich damals Heinz Schubert in der Rolle des Alfred Tetzlaff als ein absolutes Ekel. Christoph Thien scheint bei ihm in die Lehrer gegangen zu sein, diese Rolle ist ihm auf den Leib geschneidert.

Zum Auftakt der Löschparty der Eckwarder Feuerwehr hob sich der Vorhang zum spaßigen Einakter – lediglich von drei Umbauphasen unterbrochen. Die Handlung spielt in Küche und Wohnzimmer der Familie Tetzlaff.

Die Bühnenbauer der Wattspökers hatten sich für die Aufführung einen besonderen Trick einfallen lassen. Durch eine verschiebbare Wand wurden zwei Zimmer geschaffen. Die Handlung spielt in den 1970er Jahren. Auch die Ausstattung des Bühnenbildes war originalgetreu, vom bunten schrillen Wandbehang angefangen bis zu altmodischen Lampen.

In diesem altdeutschen Wohnambiente war Ekel Alfred in seinem Element. Streng gescheitelt, mit Oberlippenbart, Feinrippunterhemd und Hosenträgern hantierte er mit der Suppenkelle, die er oft für eine Drohgebärde schwang. Denn seine Ehefrau Else wollte doch nicht begreifen, dass Punsch immer heiß ist und Bowle immer kalt.

Alie Siefken schlüpfte in die Rolle der „dusseligen Kuh“, die damals Elisabeth Wiedemann verkörperte. Else tönt mit naiver und herrlicher Unwissenheit ihre Ansichten von Gott und der Welt heraus, die ihren Ehegatten Alfred stets zur Weißglut treiben.

Verbale Schlachten

Ganz andere politische Ansichten hat der Schwiegersohn Michael, damals mit Dieter Krebs in seiner ersten großen Fernsehrolle. Von Ekel Alfred als Sozialist beschimpft bekommt er bei den verbalen Schlachten zwischen den beiden keinen Stich. Carsten Brockhoff mimt den stillen Michael so wie er ist, längst von seinem Schwiegervater in den Boden gestampft.

Klein beigegeben angesichts der Dominanz des Familienoberhaupts hat die hippe Tochter Rita, damals gespielt von Hildegard Kregel. Für die Wattspökers stand Fenja Jelsma ihrer Mutter Alie Siefken bei.

Die Familie Tetzlaff ist also bei ihren Vorbereitungen zum „fröhlichen Familienfest“. Mit der ihnen eigenen „Herzlichkeit“ im Umgang miteinander tun sie alles, um diesen Silvesterabend 1973 zu einem Erfolg werden zu lassen. Allerdings unternimmt das Ekel alles, um diese angestrebte Harmonie zu durchkreuzen. Nachdem er sich heißen Punsch auf die Füße gegossen hat, kühlt Alfred diese kurzerhand in der Schüssel, in der zuvor Kartoffelsalat den leeren Magen füllen sollte.

Der „Silvesterpunsch“ ist eine besondere Folge der Serie aus der Feder von Wolfgang Menge. Ins plattdeutsche übersetzt von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen sind die Dialoge noch witziger. Die vergeblichen Bemühungen der liebenden Ehegattin Else, von Schwiegersohn Michael und der Tochter Rita ein versöhnliches Silvesterfest zu verbringen, wird vom reaktionären Alfred von vornherein vereitelt. Denn Zündstoff gibt es genug. Das politische Klima in Deutschland Mitte der 70er-Jahre hat sich geändert. Willy Brandt ist Bundeskanzler, ein „Sozi“, das bringt Alfred erst recht auf die Palme und lässt ihn mit seinem „roten“ Schwiegersohn aneinander geraten. Auch Else, kann den Abend nicht mehr retten, denn der Punsch, angereichert mit jede Menge Rum, entfaltet seine verheerenden Wirkung.

Brüllendes Gelächter

Es kommt nicht so oft vor, dass ein Theaterstück gleich von der ersten Minute an für brüllendes Gelächter beim Publikum sorgt. In ihrem neuen Stück haben die Akteure der Wattspökers genau das erreicht: Erster Auftritt Alfreds – und der Saal tobt.

 Nach der Löschparty ist das Stück noch drei Mal im Eckwarder Hof zu sehen: am Freitag, 25. Oktober, ab 20 Uhr und am Sonntag 27. Oktober, ab 15 Uhr. Kartenreservierungen sind möglich unter Telefon   0152/26422049. Einen Zusatztermin aufgrund großer Nachfrage gibt es am Freitag, 1. November, um 20 Uhr.

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