FEDDERWARDERSIEL - Für Peter Diekelmann war es zwar ein Sprung ins kalte Wasser. Doch der Routinier entledigte sich seiner neuen Aufgabe souverän. Seit mittlerweile 15 Jahren für die Technik bei der Krabbenkutterregatta zuständig, hatte er auf Anfrage am Donnerstag kurzerhand auch die Moderation dieser traditionsreichen Veranstaltung übernommen. Neben der Papierbootregatta am Freitag kommentierte der 65-Jährige dann auch erstmals die Wettfahrt am Sonnabend sowie die anschließende Siegerehrung im Festzelt.
Stapellauf in Bardenfleth
Der Besuch des Seenot-Rettungskreuzers „Hannes Glogner“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war ein Höhepunkt des dreitägigen Festes. Im beschaulichen Fischereihafen setzte das 23,30 Meter lange und 5,50 Meter breite Schiff, das 1991 auf der Schweers-Werft in Bardenfleth vom Stapel gelaufen war, am Sonnabend auch das Tochterboot „Flinthörn“ aus. Die Rettungsübung wurde von den zahlreichen Zuschauern mit viel Interesse verfolgt.
Wenngleich die Zahl der Passagiere bei der 39. Regatta, die erstmals Peter Böseler veranstaltete, im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig war, fuhren dennoch am Sonnabend und Sonntag mehr als 1700 Gäste auf den über alle Toppen geflaggten Kuttern bei hervorragendem Wetter mit.
Bei der am Sonnabend ausgetragenen Wettfahrt siegte der Fischer Söhnke Thaden mit seinem Kutter „Christine“ in einer Zeit von 15 Minuten und 28 Sekunden. Er lag der gezogenen Zeit von 15 Minuten und 10 Sekunden am nächsten. Seinen Kutter „Hein Godewind“ steuerte Hans Schröder in 16 Minuten und 4 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Matthias Müller mit „Orion“ in 16 Minuten und 21 Sekunden. Die weiteren Platzierungen: 4. Manfred Wefer mit „Rubin“ (16:41), 5. Karl-Heinz Schröder mit „Venus“ (17:06), 6. Dirk Ostendorf mit „Seestern“ (17:15) und 7. Martin Sievers mit „Anita“ (18:52).
Eine Regatta im Fedderwardersieler Hafenbecken hatte bereits am Freitag stattgefunden. Besatzungen in ihren selbst gebastelten Papierbooten wetteiferten um den Sieg (dieNWZ
berichtete). Pokale wie eine gestaffelte Siegprämie für die drei Erstplatzierten stiftete Peter Böseler. Er gab auch einen Pokal für das schönste Papierboot, das zudem mit dem Wanderpokal derNWZ
bedacht wurde.An die Verlierer hatte laut Peter Diekelmann jedoch niemand gedacht. Angesichts der tollen Leistung der Papierboot-AG der Grundschule Stollhamm griffen Manfred Schmidthüsen, Jens Ortel und Peter Diekelmann in ihre Privatschatullen. Sie spendeten den Schülern zusammen 50 Euro als Trostpreis. Die Erst- bis Viertklässler waren als „Dschungelflitzer“ angetreten, mit einer Giraffe anstelle eines Mastes. Sie trugen selbst bemalte T-Shirts mit Tiermotiven und präsentierten ihr Boot im Urwald-Stil.
Über viel positive Resonanz freute sich der Veranstalter (Zelt-Böseler) nach dem rundum gelungen Fest. Auch die Marktbeschicker, ohne die ein solches Fest nicht auszurichten wäre, seien zufrieden, merkte Juniorchef Peter Böseler an. „Es war eine runde Sache“, fuhr er fort. „Ich bin bereit, es wieder zu machen“, setzte er auch ein positives Signal für 2011.
Jubiläum im Jahr 2011
Er sei angenehm überrascht, alles habe gut geklappt, stellte Peter Böseler erfreut fest. Lediglich das Schlicktauziehen habe mangels Beteiligung abgesagt werden müssen. Beim nächsten Mal werde er darauf achten, dass rechtzeitig genügend Anmeldungen vorliegen würden. Und weil die Krabbenkutterregatta im kommenden Jahr zum 40. Mal stattfinde, sei für ein zusätzliches Highlight zu sorgen. Seinen Dank richtete er an Peter Diekelmann. „Wir haben Probleme schnell gemeinsam gelöst.“
