FEDDERWARDERSIEL - Der stählerne Körper der Rubin erzittert merklich, als der Fischer Manfred Wefer auf volle Kraft voraus schaltet. Dann stampft der Fischkutter los, durchneidet mit seinem Bug die kabbeligen Wellen, so dass die Gischt hoch aufspritzt. Die Wettfahrt während der 41. Fedderwardersieler Kutterregatta hat begonnen und Rubin muss gegen harte Konkurrenten ankämpfen.
Tausende Besucher sind am Wochenende in den idyllischen Fischereihafen von Fedderwardersiel gekommen. Und das Wetter spielt mit bei dem Fest. Die in Fedderwardersiel beheimateten Krabbenkutter laden zu Gästefahrten ein. Das Angebot wird von mehreren hundert Passagieren reichlich genutzt. Immer wieder stechen die über alle Toppen geflaggten sechs Boote von ihren Liegeplätzen aus in See. Eine Fahrt hinaus über den Priel dauert rund 20 Minuten.
Motoren und Tiefgang
Sehr unterschiedlich sind die stärke der Motoren und der Tiefgang der einzelnen Fischkutter. Deshalb gibt es neben dem Blauen Band für das schnellste Schiff auch wieder einen Regattasieger, der nach gezogener Zeit gewinnt. Das Los entscheidet über eine Fahrtzeit und der Kutter, der dieser Zeit während der Wettfahrt am nächsten gekommen ist, hat gewonnen. Diesmal sind für die Strecke 10,21 Minuten gezogen worden. Manfred Wefer und seiner Rubin sind das Glück diesmal nicht hold: Mit 9,14 Minuten landet er auf dem dritten Platz. Dirk Ostendorf mit Seestern kommt mit 9,43 Minuten der gezogenen Zeit am nächsten und gewinnt. Zweiter wird Matthias Müller mit Orion in 9,22 Minuten. Söhnke Thaden mit Christine (9,05) und Martin Sievers mit Anita (11,39) landen auf den Plätzen.
In dieser Kategorie belegt Michael Peters mit Apollo in 8,53 Minuten zwar einen abgeschlagen sechsten Platz. Hierbei zählte alleine das Glück. Aber der Wremer Fischer ist am schnellsten unterwegs gewesen und gewinnt das Blaue Band.
Im Hafen hat auch der 23 Meter lange und sechs Meter breite Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die Hermann Rudolf Meyer aus Bremerhaven, festgemacht. Das schnittige und leistungsstarke Schiff wird besichtigt. Die Besucher staunen über das Kraftpaket: Die beiden Propeller werden von jeweils 1350 PS angetrieben. Das Schiff ist 23 Knoten schnell.
Zeit für eine Pause
Nach der Besichtigungstour und der Regatta ist es Zeit für eine Pause. Getränke- und Imbissstände sorgen für eine Volksfeststimmung.
Mit der Resonanz ist der Organisator der diesjährigen Kutterregatta, Peter Böseler, nicht ganz zufrieden. Es seien weniger Gäste gekommen als in den Jahren zuvor, sagt er etwas enttäuscht. Waren es einst 20 000 Besucher, die nach Fedderwardersiel strömten, so sind es diesmal deutlich weniger. Wo mögen die Menschen nur alle sein?, fragt er ratlos.
