FEDDERWARDERSIEL - „Im Schraubstock zwischen Meer und Deich – Die ungewisse Zukunft des Wattenmeeres“ heißt der Vortrag, den Professor Dr. Burghard W. Flemming vom Senckenberg-Institut Wilhelmshaven im Museum in Fedderwardersiel halten wird: am kommenden Dienstag, 25. März, um 19.30 Uhr.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung: Über Jahrtausende hinweg verlagerten sich die Watten der südlichen Nordsee im Zuge des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs allmählich landwärts. Gleichzeitig schoben sich Schlickwatt und Salzwiesen in die flache Küstenebene hinein.
All dies änderte sich schlagartig mit der Landgewinnung vor etwa 1000 Jahren. Plötzlich war der landseitigen Verlagerung der Salzwiesen ein Riegel vorgeschoben, während der Prozess seeseitig weiter voranschritt. Dieser Schraubstockeffekt führte dazu, dass das Watt schmaler, die Gezeitenbecken kleiner und das Volumen des ein- und ausströmenden Wassers geringer wurden.
In dieses Szenario hinein platzte jüngst die Nachricht der globalen Klimaänderung mit einem beschleunigt ansteigenden Meeresspiegel.
Den Prozess aufhalten kann man nicht und der Rückbau ganzer Deichabschnitte ist aus Sicht des Küstenschutzes eher problematisch. Denkbar jedoch wäre zum Beispiel die Schaffung neuer Gezeitenbecken, in denen sich Schlickwatten und Salzwiesen neu entwickeln könnten.
Solche Projekte wären allerdings nur möglich im Rahmen eines gebietsübergreifenden, regionalen Küstenzonen-Managementplanes, an dem Ingenieure, Landschaftsplaner, Ökologen und Ökonomen beteiligt wären.
