FEDDERWARDERSIEL - Warme Granat lassen sich besser pulen. Deshalb hatten einige Krabbenpuler bei den 24. Niedersächsischen Meisterschaften im Granatpulen am Freitagnachmittag im Festzelt auch ihre warmen Hände auf den Krabben, bevor das Startsignal gegeben wurde.

Dieses kleine Geheimnis hatte die Weltrekordhalterin im Krabbenpulen, Margret Hahnel aus Nordholz (Kreis Cuxhaven), ihren Konkurrenten zuvor verraten. Als der Moderator Meent Bruncken das 20-minütige Pulen eröffnet hatte, legten die 135 Teilnehmer an fünf langen Tischreihen los. Unter den Augen vieler Schaulustiger kämpften sie um jede Krabbe.

Wie erwartet, sammelte sich auf den Tellern der Prominenten, die auf der Bühne saßen, weniger Krabbenfleisch an. Sie ließen sich gern in Gespräche verwickeln oder konnten es nicht abwarten, die Krabben zu verspeisen. Insgesamt hatten die Mitarbeiter der Butjadinger Fischereigenossenschaft 200 Kilogramm Granat ins Festzelt geschafft, wie der Geschäftsführer Ingo Krüger sagte.

Am Ende setzte sich Margret Hahnel durch. Obwohl sich gleich zu Beginn des Wettstreits eine Menschentraube um ihren Tisch gebildet hatte und Kameras und neugierige Augen ständig auf sie gerichtet waren, pulte sie ruhig und souverän 483 Gramm Krabbenfleisch. Der zweite Platz ging nach Nordenham. Angelika Brüggemann schaffte 436 Gramm. Erst Rang drei bleibt in Butjadingen: Die Lokalmatadorin Irma Memenga pulte 428 Gramm. Beste jugendliche Teilnehmerin war mit 391 Gramm Loana Peters aus Wremen. Jüngster Starter war der fünfjährige Dominik Hinz – er schaffte 45 Gramm.

Der beste Mann beim Grantschälen war der Fedderwardersieler Fischer Alfred Linneweber. Damit entschied er auch das Wettpulen der Krabbenfischer für sich, die wieder um die Reihenfolge beim Start der Krabbenkutter-Regatta an diesem Sonnabend pulten. Er startet mit seinem Kutter „Heide“ auf der „Pul-Position“ vor dem Vareler Heinz Schröder mit „Hein Godewind“ und Manfred Wefer mit „Rubin“.

Bei den Prominenten siegte mit 303 Gramm auch diesmal Peter von Häfen – vor Dr. Thomas Neudecker vom Institut für Seefischerei und Dr. Peter Breckling vom Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer.