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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Butjadingen

Seenotretter In Butjadingen: Tschüss, Hermann – willkommen, Emil!

18.02.2020

Fedderwardersiel Die Fedderwardersieler Seenotretter haben am Wochenende Abschied von der „Hermann Onken“ nehmen müssen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stellt das Rettungsboot außer Dienst. Die Fedderwardersieler müssen aber nicht traurig sein, denn sie bekommen Ersatz. Die „Emil Zimmermann“, die künftig im Kutterhafen stationiert sein wird, ist einen Meter länger und zudem moderner als das bisherige Boot.

Die „Hermann Onken“ wurde nach Auskunft von Ralf Baur, Sprecher der Seenotretter in Bremen, auf der Berner Fassmer-Werft gebaut und am 29. Oktober 1993 in Dienst gestellt – in Fedderwardersiel. Es sei Usus, dass Rettungsboote und -kreuzer nach etwa 30 Jahren außer Dienst gestellt werden. Die DGzRS-Zeit der 8,50 Meter langen, 3,10 Meter breiten und mit einer 215 PS starken Antriebsanlage ausgestatteten „Hermann Onken“ läuft nun schon ein bisschen früher ab. Das heißt aber mitnichten, dass das Boot endgültig ausgedient hat.

Die „Hermann Onken“ wird laut Ralf Baur künftig an der Schwarzmeer-Küste von Georgien im Seenotrettungsdienst im Einsatz sein. Die DGzRS überlässt das Boot, das jetzt in Bremen überholt wird, einer dortigen Partnergesellschaft.

Die „Emil Zimmermann“ ist auch kein neues Boot mehr. Sie ist aber fast einen Meter länger und zudem technisch auf einem neueren Stand als die „Hermann Onken“. Die „Emil Zimmermann“, benannt nach dem Vater einer Förderin der DGzRS, wurde auf der heute nicht mehr existierenden Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut und im Jahr 2000 im Fährhafen von Puttgarden auf der Insel Fehmarn in Dienst gestellt. Zu Ihrem Revier gehört der Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark.

Karsten Ohme, seit Oktober 2019 Vormann der Seenotretter in Fedderwardersiel, hat die „Emil Zimmermann“ bereits kennengelernt. Er war dabei, als das Boot jetzt von Puttgarden nach Rostock überführt wurde. Auf einer dortigen Werft wird es überholt.

Wenn alles klappt, wird Karsten Ohme am Donnerstag mit zwei Kollegen nach Rostock aufbrechen, um die „Emil Zimmermann“ an die Nordsee zu überführen. Geplant ist, zunächst bis nach Kiel oder Laboe, am nächsten Tag dann durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Cuxhaven und von dort dann nach Fedderwardersiel zu fahren. Läuft alles nach Plan und kommt kein erneuter Sturm dazwischen, könnten Karsten Ohme und seine Leute die „Emil Zimmermann“ am späten Sonntagnachmittag in ihrem neuen Heimathafen festmachen.

Abschied mit Wehmut

Derweil wird die „Hermann Onken“ ihre Reise nach Georgien auf einem Sattelschlepper antreten. Karsten Ohme gibt gerne zu, dass schon ein bisschen Wehmut aufkam, als er und seine Kollegen in der vergangenen Woche alle Sachen ausräumten. Er selber war seit neun Jahren auf dem Boot gefahren. „Da fällt es einem nicht ganz leicht, Abschied zu nehmen“, sagt der 52-Jährige, der ursprünglich aus Stralsund stammt.

Karsten Ohme war in über 26 Jahren erst der dritte Vormann der „Hermann Onken“. Er hatte den Posten im Oktober von Hartmut Dierks übernommen, der fast 15 Jahre an Bord das Sagen gehabt hatte. Sein Vorgänger war Ralf Ostendorf.

Auch wenn sie die Außerdienststellung der „Hermann Onken“ bedauern, so überwiegt bei den Seenotrettern doch die Freude auf das größere und modernere neue Boot – mit dem sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte allerdings erst mal vertraut machen müssen. Karsten Ohme: „Da heißt es über, üben, üben.“

Die „Emil Zimmermann“

ist das neue Einsatzboot der Seenotretter in Fedderwardersiel.

2000 ist das Jahr, in dem das Boot in Puttgarden auf der Insel Fehmarn in Dienst gestellt wurde. Es wurde auf der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut.

9,41 Meter ist die „Emil Zimmermann“ lang und 3,61 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 0,96 Meter.

320 Pferdestärken leistet die Antriebsanlage, eine Cummins 6 BTA 5.9 M mit Umsetzungsgetriebe und Festpropeller.

18 Knoten beträgt die Höchstgeschwindigkeit der „Emil Zimmermann“.

880 Liter Brennstoff hat das Boot an Bord. Das reicht bei einer Geschwindigkeit von 17 Knoten für eine Reichweite von 240 Seemeilen.

2 UKW-Seefunkanlagen gehören zur Ausstattung des Seenotrettungsboots.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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