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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Butjadingen

Immer wieder sonntags: ein Mordsspaß

12.11.2016

Butjadingen Sonntag, 20.15 Uhr. Die Tagesschau ist gelaufen, die berühmte Titelmusik von Klaus Doldinger erklingt. „Tatort“-Zeit. Auch in vielen Butjenter Haushalten. An diesem Sonntag wird die 1000. Folge der seit 1970 existierenden Krimi-Reihe in der ARD ausgestrahlt. Die NWZ hat sich bei einigen „Experten“ erkundigt, was sie vom „Tatort“ halten, wer ihre Lieblingskommissare sind – und was die passende Handlung für einen in der Gemeinde Butjadingen spielenden „Tatort“ wäre.

Tod auf dem Kutter

„30 Leute fahren mit einem Fischkutter raus, nur 29 kehren zurück. Dann nimmt Wotan Wilke Möhring die Ermittlungen auf“, lautet die spontane Idee von Peter Schmidthüsen für einen Butjadinger „Tatort“. Der Veranstaltungsleiter von Tourismus-Service Butjadingen (TSB) ist seit seit 20 Jahren Fan der Reihe, sitzt, wenn’s sich irgendwie einrichten lässt, jeden Sonntag vor dem Fernseher. Die Münsteraner Ermittler Axel Prahl und Jan Josef Liefers alias Kommissar Thiel und Prof. Boerne gefallen ihm am besten. Peter Schmidthüsen: „Es geht ja nun mal immer um Mord und Totschlag. Da darf das Umfeld ruhig auch ein bisschen lustig sein.“

„Tatort“ helau

Reinhard Evers, Betreiber von Hof Iggewarden, steht Jahr für Jahr in enger Verbindung mit einem Tatort. Das hat zwar nicht unmittelbar etwas mit der TV-Reihe zu tun, indirekt aber schon. Der Karnevalsvereins Tataah Butjadingen, dessen Vorsitzender Reinhard Evers ist, kürt alljährlich am 11. November einen närrischen Partnerort Butjadingens. Als diese Sitte vor vielen Jahren eingeführt und ein griffiger Name gesucht wurde, dachte Reinhard Evers an spannende Sonntagabende vorm Fernseher – und schon war der Tataah-Tatort geboren.

Hansjörg Felmy, Manfred Krug – das sind zwei alte „Tatort“-Kommissare, die Reinhard Evers noch in bester Erinnerung sind. Und bei den aktuellen Ermittlern hält er’s wie Peter Schmidthüsen: Neben den Kölnern gefallen die Münsteraner Ermittler Reinhard Evers am besten. „Es ist klasse, wenn sich die beiden kabbeln. Das hat Würze.“ Das Drehbuch für den Butjadingen-„Tatort“ des Iggewarders hätte einen touristischen Hintergrund: „Bösen Buben haben sich als Urlauber getarnt eingeschlichen und nutzten eine Ferienwohnung als konspirativen Treffpunkt für ihre dunklen Geschäfte.“

Doch lieber Hollywood

Philip Heyelmann beantwortet die Frage, ob er „Tatort“-Fan ist, mit einem klaren „Jein“. Früher sei die Reihe besser gewesen, findet der Butjadinger. Und Philip Heyelmann muss es wissen. Er ist Fachmann, betreibt eine eigene Film-Produktionsfirma, ist als Spezialist vor allem für spektakuläre Aufnahmen mit Hilfe von Drohnen sogar bei großen Hollywood-Produktionen gefragt.

Wenn er von früher redet, dann meint Philip Heyelmann die guten alten Zeiten, in denen Götz George noch als Horst Schimanski im Ruhrpott ermittelte. Heute sind ihm die „Tatort“-Folgen – so gut sie handwerklich auch gemacht seien – oft zu bedeutungsschwanger. Und allzu häufig versäumen es die Filmemacher nach dem Geschmack des Butjadinger Kollegen auch, eine gute Krimi-Geschichte zu erzählen.

Philip Heyelmann würde bestimmt nicht Nein sagen, wenn er das Angebot bekäme, selbst für einen „Tatort“ zu filmen. Darum reißen würde er sich aber auch nicht unbedingt. Die Drohne für einen Hollywood-Streifen mit viel Action durch die Luft oder durch einen U-Bahn-Schacht zu jagen, das ist dann eben doch ein anderes Kaliber.

Und womit würde Philip Heyelmann die Ermittler am Tatort Butjadingen konfrontieren? „Mit einer Leiche im Siel“, sagt er, „und die wäre so verstümmelt, dass die Kommissare Mühe haben, die Identität herauszufinden“.

Tätersuche per GPS

Bernd Bultmann verbringt einen großen Teil seiner Freizeit mit Geocaching. Dieses Hobby ist dem Gitarristen der Ruhwarder Saitenhiebe sogar noch wichtiger als die Musik, wie er sagt. Und was hat das mit „Tatort“ zu tun? Ganz einfach: Geocaching lässt sich auch bestens mit einer Krimihandlung verbinden. Bernd Bultmann hat es bewiesen, indem er für die Kurgesellschaft zwei Krimis entwickelt hat, in denen es per GPS auf Tätersuche geht. Manch ein Urlauber kommt eigens nach Butjadingen, um in der Soko Tossens oder Burhave per GPS zu ermitteln.

„Tatort“-Fan ist Bernd „Bulti“ Bultmann, im richtigen Leben Lehrer an der Zinzendorfschule in Tossens, dabei lediglich „mit Abstrichen“. Früher hat er sich jeden der TV-Krimis angeguckt. Heute wählt er aus. Ermittelt das Duo Liefers/Prahl, sitzt Bulti vorm Fernseher. Schließlich hat er in Münster studiert. Zudem schätzt er Jan Josef Liefers als Sänger und Musiker. Die Kölner Kommissare sieht er ebenfalls gerne. Til Schweiger dagegen „geht gar nicht“. Da zieht Bulti eindeutig Klassiker wie „Reifezeugnis“ mit Klaus Schwarzkopf alias Kommissar Finke und Nastassja Kinski oder „Tod auf Neuwerk“ mit dem unvergessenen Manfred Krug als Kriminalhauptkommissar Stoever vor.

In einem von Bernd Bultmann geschriebenen Butjadingen-„Tatort“ würde es übrigens um einen Toten im Watt gehen. Bulti: „ Und dann kommt zum Ermitteln Arne Schmidt, der Leiter des Nordenhamer Polizeikommissariats. Mit dem hab ich früher mal zusammen Musik gemacht.“

Ein Fall für zwei

Daniel Schönig und Franziska Heich sind das, was die Darsteller in den TV-Krimis nur mimen: echte Polizisten. Da hat man natürlich schon rein berufsbedingt ein Interesse an „Tatort“. Oder eben auch nicht. Franziska Heich schaut sich weder „Tatort“- Folgen, noch sonst irgendwelche Krimis im Fernsehen an. Kollege Daniel Schönig schon. „Tatort“ guckt er zusammen mit seiner Frau Ivonne regelmäßig, und die Münsteraner Ermittler sind dabei seine Favoriten. Und auch die Bremer Folgen findet Daniel Schönig gut – weil es immer viel regionalen Bezug gibt.

Und wie realistisch ist nun so ein Fernsehkrimi? „Bei manchen Szenen muss ich schmunzeln“, sagt Daniel Schönig. Dass zum Beispiel die Kommissare munter in Straßenkleidung durch einen Tatort stapfen, an dem die Spurensicherung noch mit Einweganzügen und Mundschutz eifrig werkelt, das würde es in der Realität nicht geben, sagt Daniel Schönig.

In der Realität werden zum Glück auch keine Leichen am Strand von Burhave angeschwemmt. In der Fantasie der beiden Burhaver Ordnungshüter hingegen schon. Zumindest wäre das die Ausgangslage für einen Butjadingen-„Tatort“, für den Franziska Heich und Daniel Schönig das Drehbuch geschrieben haben. Das Opfer wurde auf einem Containerschiff erstochen – und dann eiskalt über Bord geworfen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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