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Soziales Nachmittagsbetreuung in Kindergärten

Rolf Bultmann

TOSSENS - Mit der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Butjadingen können die evangelischen Kirchengemeinden Burhave und Stollhamm sowie wahrscheinlich auch Tossens nach den Sommerferien eine Nachmittagsbetreuung in ihren Kindergärten anbieten. Unklar ist jedoch noch, wie hoch der Elternbeitrag sein wird und ob die Gemeinde sich an der Finanzierung der Betreuung von Schulkindern beteiligt.

Dies ist das Ergebnis der Beratungen während der öffentlichen Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Familien, Sport und Kultur am Mittwoch in der Tossenser Zinzendorfschule. Während der Bedarf in Burhave und Stollhamm per Erhebung bereits nachgewiesen ist, muss er in Tossens noch ermittelt werden.

31 Kinder angemeldet

In Burhave wollen zehn der 45 Kindergartenkinder eine Ganztagsbetreuung von 8 bis 15 Uhr in Anspruch nehmen. In Stollhamm sind es 16 von 31 Kindergartenkindern und fünf Grundschüler, die die Nachmittagsbetreuung von 12 bis 16 Uhr nutzen möchten. In Tossens geht man von einem Ganztagsangebot bis 15 Uhr aus.

Die Ausdehnung der Betreuungszeiten macht ein zusätzlichen Personaleinsatz erforderlich. An dessen Finanzierung beteiligt sich das Land Niedersachsen. Im Gegensatz zur Vormittagsbetreuung werden sich die Kirchengemeinden an der Finanzierung der Nachmittagsbetreuung nicht beteiligen. Somit müssen sich die Mehrkosten nach Abzug des Landeszuschuss die Gemeinde Butjadingen und die Eltern teilen.

Um den Nachmittagsbetreuung ab August anbieten zu können, hat die Gemeinde in ihrem Haushaltsplan 2011 bereits zusätzliche 9100 Euro für Burhave und 10 500 Euro für Stollhamm veranschlagt. Insgesamt beläuft sich der Gemeindezuschuss für die Kindergärten der Kirchengemeinden in Tossens, Burhave, Stollhamm und Waddens in diesem Jahr auf 236 000 Euro.

Über die Elternbeiträge für die Ganztags- und Nachmittagsbetreuung müsse zunächst im Kuratorium Kindertagesstätten gesprochen werden. Basis für die Berechnungen würden die dann vorliegenden Jahresrechnungen der Kirchen sein, berichtete Joachim Wulf, bei der Gemeindeverwaltung für die Kindergärten zuständig, in der Ausschusssitzung.

Weil es für die Betreuung von Kindern über sechs Jahren keinen Rechtsanspruch gibt, schlug die Gemeindeverwaltung vor, dass sich die Gemeinde an den Kosten für die Betreuung der Schulkinder im Kindergarten Stollhamm nicht beteiligt. Mehr versehentlich stimmte der Ausschuss einer Beschlussempfehlung zu, in der dieser Vorschlag auch so übernommen wurde.

Es gibt Gesprächsbedarf

Bernd Bultmann (CDU) sowie Helga Gubba und Hajo Meiners (beide FDP) machten jedoch deutlich, dass es wegen der Kostenbeteiligung für Schulkinder noch Gesprächsbedarf gebe.

Während einer Unterbrechung der Ausschusssitzung wiesen die Kindergartenleiterinnen Brigitte Mengers (Stollhamm) und Astrid Unland (Burhave) auf die Notwendigkeit der Ganztagsbetreuung für eine familienfreundliche Gemeinde hin. Pastor Joachim Tönjes erinnerte an die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinde, ein Nachmittagsangebot vorhalten zu müssen.

Uta Meiners vom Stollhammer Kindergarten-Elternrat forderte eine baldige Entscheidung über die Elternbeiträge, weil die Vereinbarkeit von beruflicher Tätigkeit und Kinderbetreuung eine gewissen Vorlaufzeit erfordere.

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