BERLIN - Immer mehr Studenten suchen Hilfe bei den Studentenwerken wegen Problemen wie Prüfungsangst und Lernstress, aber auch wegen Geldproblemen. So haben 2010 rund 26 000 Studenten eine psychologische Beratung in Anspruch genommen – ein neuer Rekord, so das Deutsche Studentenwerk (DSW).
Der Zeitdruck durch das Bachelor-Master-System spiele dabei eine gewichtige, aber nicht die einzige Rolle, sagte DSW-Sprecher Stefan Grob. Viele Studenten setzten sich selbst stark unter Druck: „Diese Generation hat verinnerlicht, das nur Leistung zählt.“
Die Studierenden haben außerdem mehr Sozialberatungen in Anspruch genommen – die Zahl der Gespräche ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel gestiegen. Dabei geht es oft ums Geld: „Die meisten Fragen drehen sich um Unterhaltsansprüche, das Bafög, Nebenverdienste und Wohngeld“, zählt Grob auf. Er erklärt sich den Anstieg mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Außerdem bleibe durch den Bachelor weniger Zeit für einen Nebenjob.
Den Anstieg der Beratungsgespräche sieht Grob aber nicht nur negativ. „Die Studenten suchen sich früher Hilfe. Es gibt da weniger Berührungsängste, auch bei psychologischen Problemen.“
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