BERLIN - Jeder zweite Student an einer Universität klagt heute über hohe Leistungsanforderungen und macht sich Sorgen, ob er sein Studium erfolgreich beenden kann. Dabei werden vor allem die Stoffmenge und der straffer gewordene Prüfungsrhythmus in den neuen Bachelor-Studiengängen als Belastung empfunden. Dies sind Ergebnisse der in Berlin vorgestellten jüngsten Studentenbefragung der Konstanzer Hochschulforscher Tino Bargel und Michael Ramm im Auftrag des Bundesbildungsministeriums.

Die Befragung zeigt aber auch, dass die große Mehrheit der Studierenden insgesamt mit der inhaltlichen Qualität des Studiums zufrieden ist. Der Gesamtaufbau der Studiengänge und die Art der Lehrveranstaltungen werden überwiegend als gut bezeichnet. Die Identifikation mit dem gewählten Studienfach ist laut Umfrage hoch. Nur wenige denken an Fachwechsel oder Studienabbruch.

„Ein gutes Examen ist für die Studierenden häufiger als früher sehr wichtig“, hob Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) bei der Präsentation hervor. Vor diesem Hintergrund kommt es den Studierenden laut Umfrage heute nicht mehr so sehr darauf an, das Studium um jeden Preis schnell zu beenden.

Im Vergleich zu früheren Ergebnissen der seit Anfang der 80er Jahre regelmäßig vorgenommen Umfragen haben sich auch die Ansprüche an den späteren Beruf gewandelt. Vor allem der Faktor „Arbeitsplatzsicherheit“ hat stark an Bedeutung gewonnen. Gut ein Viertel der Uni-Studenten gab an, mehr Lehrveranstaltungen zu besuchen, als laut Studienordnung nötig sind.

Gleichwohl haben sich in den vergangenen Jahren die Klagen über zu hohe Anforderungen deutlich erhöht. Während 2001 erst 39 Prozent der Studierenden an Universitäten die Leistungsanforderungen als zu hoch empfanden, waren dies bei der jüngsten Umfrage 51 Prozent.