BREMEN - In der Patentanmeldung ist die Rede von „einem offenen Ringkörper aus einem federelastischen Material“, der „eine von dem ersten Ende bis zu dem zweiten Ende zunehmende Dicke aufweist“. Gemeint ist eine leichte, ringförmige Feder aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff (CFK), deren Federwirkung variabel einstellbar ist und die zum Beispiel in Roll- und Bürostühle oder Fahrräder eingebaut werden kann, um den Sitzkomfort zu erhöhen.
Diese Erfindung ist eines der Ergebnisse aus einer Kooperation zwischen der Hochschule für Künste Bremen (HfK) und dem Faserinstitut Bremen e. V. an der Universität Bremen (FIBRE). Möglich wurde die Zusammenarbeit durch eine Förderung der Universität Bremen im SIGNO-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Initiiert und begleitet wurde das Projekt von der InnoWi GmbH.
„Schneckenblattfeder“ nennt Simon Michel (26) das kleine Element, das er während der Lehrveranstaltung „Super Strong – Ultra Light“ an der HfK entwickelt hat. Unter der Leitung von Professor Andreas Kramer, Leiter des Lehrgebietes „Computergestütztes Entwerfen“ im Studiengang „Integriertes Design“, hatten sich dort im vergangenen Jahr elf angehende Produktdesigner mit Faserverbundwerkstoffen beschäftigt. Aufgabe war es, Dinge des täglichen Gebrauchs zu entwickeln und die positiven Eigenschaften des Materials zu nutzen.
Mit dabei war Simon Michel, der mit seinem Aktivrollstuhl „CaRo“ im abschließenden, kursinternen Wettbewerb den ersten Platz belegte.
Bis ins Letzte hat der HfK-Student den Rollstuhl durchdacht „und diverse, clevere Details eingebaut“, heißt es im FIBRE und bei der InnoWi. Eine unauffällige, kleine Feder unter dem Sitz hatte es ihnen besonders angetan. „Der Dämpfer ist wartungsarm, platzsparend, leicht, stabil und für jedermann problemlos zu verstellen“, sagt Dr. Lieselotte Riegger, Projektleiterin des Förderprojektes und InnoWi-Geschäftsführerin. „Das ist eine Innovation. Das gibt es auf dem Markt noch nicht.“
