BREMEN - Ob Anlagenhersteller, Errichter oder Betreiber, auch die Investoren und Banken brauchten dringend mehr Planungssicherheit und Zuverlässigkeit beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen (WEA), wie die Universität Bremen mitteilt. Eine Schlüsselrolle kommt hier der Logistik zu. Denn ein Fünftel der Gesamtkosten einer Anlage werden dafür eingeplant, sagt Jessica Jobmann von der BLG Logistics. Die Lieferkette ist hochkomplex und von vielen Unwägbarkeiten begleitet. Das hängt auch mit der Größe und dem Gewicht der Bauteile zusammen: Um 90 Meter lange Rotorblätter oder 900 Tonen schwere Tripod-Fundamente zum Standort der Anlage zu bringen, sind eine Reihe von Sondertransporten über Straßen, Schienen oder Wasserwege nötig.
Eine fundierte Simulation von Abläufen soll künftig mehr Sicherheit gewährleisten. Dazu forschen derzeit das Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA) an der Universität Bremen, die BLG Logistics Group AG & Co. KG (Bremen) und die Hochtief Solutions AG (Hamburg).
„Echtzeitmonitoring des Transports und Umschlags von Komponenten zur Offshore-Montage von Windkraftanlagen“ (Mon²Sea) heißt das Verbundprojekt. Es hat ein Volumen von knapp zwei Millionen Euro und wird vom Bundesumweltministerium (BMU) mit 860 000 Euro gefördert. Bei ihren Forschungen betrachten die Partner die ganze Prozesskette ab Zulieferer über Hersteller bis zur Offshore-Montage. Dabei setzen sie auch auf Erkenntnisse aus der Baustellenlogistik sowie aus dem Maschinen- und Sonderanlagenbau.
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