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Prüfungsvorbereitung Büffeln mit Bildern und Kommilitonen

Manja Greß

Berlin/Oldenburg - Die einen fangen erst kurz vor einer Prüfung an und liefern am Ende eine Spitzenleistung ab. Andere büffeln wochenlang. Doch wenn es darauf ankommt, ist der Kopf schon wieder halb leer. Dabei kann jeder mit der richtigen Lernstrategie bei überschaubarem Aufwand viel erreichen.

Den umfangreichen Lernstoff in den Kopf zu bekommen, ist für viele eine Herausforderung. Stupides Auswendiglernen erscheint auf den ersten Blick oft als schnellste Methode. „Ein weit verbreiteter Irrtum“, sagt Andreas Gold, Lernforscher am Institut für Pädagogische Psychologie der Universität Frankfurt am Main. Um erfolgreich zu lernen, müssten Studierende den Stoff lesen und gleichzeitig verstehen. Dabei können zwei Strategien helfen.

Bei der reduktiven Variante verkürzen sie den Inhalt vor dem Lernen auf das Wesentliche. „Man kann die wichtigsten Stellen unterstreichen und als Zusammenfassung notieren“, erklärt Gold.

Wissen verknüpfen

Das Gegenteil ist das elaborative Lernen. Dabei bearbeiten Leser einen Text so, dass sie zu den enthaltenen Informationen eigenes Wissen beisteuern. Prüflinge sollten sich dafür selbst Fragen stellen, rät Frank Fischer. Er ist Professor für Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auf diese Weise gelinge es, neues Wissen mit bereits vorhandenem zu verknüpfen.

Die wichtigsten Fakten notieren sich Studierende dann in Form einer Zusammenfassung des jeweiligen Kapitels. Dabei sollten sie eigene Formulierungen wählen – und nicht einzelne Merksätze aus dem Lernmaterial wortwörtlich übertragen.

Lassen sich Inhalte nur sehr schwer einprägen, kann es helfen, aus dem Lernstoff Bilder zu machen. „Bilder können wir uns leichter merken als Texte aus Zahlen und Fakten“, erklärt der Lerncoach Martin Krengel aus Berlin. Werde der Inhalt in einfache, aber treffende Skizzen umcodiert, können Studierende ihn leichter im Gehirn speichern.

Routenmethode

Wer sich Reihenfolgen, Aufzählungen oder Gliederungen merken muss, greift am besten auf die Routenmethode zurück, rät Krengel. Dazu denken sich Studenten eine Abfolge von Stationen aus. Das können etwa Häuser sein, die auf dem Weg zum Supermarkt liegen. Jeden Punkt des Lernstoffs verteilen sie auf ein Haus. „Haben wir die Route mit den festgelegten Stationen im Kopf, fällt uns schnell auch das Schlüsselwort dazu ein“, sagt Krengel.

Das Pauken bleibt einem am Ende trotzdem nicht erspart. Um etwas auswendig zu lernen, ist es am besten, sich selbst zu testen, erklärt Fischer. Studenten sollten sich zu jedem Komplex eine bestimmte Anzahl an Fragen zusammenstellen, die sie immer wieder beantworten.

Doch das sollte nicht die einzige Methode sein. „Viele lernen immer gleich – egal, ob sie das Wissen am Ende in schriftlicher oder mündlicher Form wiedergeben müssen“, kritisiert Krengel. Dabei sei es gerade vor mündlichen Prüfungen wichtig, Wissen auch vortragen zu können. Er rät, den Stoff vor Kommilitonen zu präsentieren. Das gebe Sicherheit und hat den Vorteil, dass „der Zuhörer während des Vortrags Fragen einwerfen kann“. Diese Situation kann auch in der Prüfung drohen.

Bei Problemen mit der Zeiteinteilung beim Lernen oder Aufschieberitis hilft die Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks und der Uni Oldenburg mit Beratung, Vorträgen und Workshops.

Die Lernwerkstatt der Universität Oldenburg bietet Workshops zum Beispiel zu den Themen „Planen, Präsentieren, Organisieren“, „Lesen und Schreiben“ sowie „Schreiben von akademischen Texten“.

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