Bremen - Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umzustellen, fällt den meisten Menschen nicht leicht – auch dann nicht, wenn sie um die positiven Effekte für ihre Gesundheit wissen. Wie erfolgreiche Gesundheitsvorsorge trotzdem klappen kann, untersuchen Vera Storm, Sonia Lippke und andere Gesundheitspsychologen an der Jacobs University in Bremen. Sie sind der Frage nachgegangen, wie effektiv computergestützte maßgeschneiderte Interventionen sind, um gesundheitsförderliche Verhaltensweisen anzunehmen. Das Journal of Medical Internet Research veröffentlicht nun die kompletten Ergebnisse.

790 Personen aus Deutschland und den Niederlanden wurden drei Monate begleitet. Die Teilnehmer wurden darin unterstützt, ihre Gesundheitsziele zu benennen und diese teilweise noch etwas anzupassen. Jeder suchte sich dabei einen individuell passenden Weg, diese Ziele in Form von Handlungs- und Bewältigungsplänen in die Tat umzusetzen. Sie erhielten außerdem individuelles Verhaltensfeedback.

Das zeigte Erfolg: Die Teilnehmer konnten ihre Gewohnheitsstärke in Bezug auf körperliche Aktivität und den Konsum von Obst und Gemüse nach acht Wochen merklich steigern. Zum längerfristigen Aufbau von Gewohnheiten erwiesen sich vor allem Selbstwirksamkeit und Planung von Verhalten als essenziell.

„Selbstwirksamkeit, also das Gefühl, etwas bewegen zu können, in Kombination mit dem Aufstellen von Handlungs- und Bewältigungsplänen wirkt sich positiv auf die längerfristige Gewohnheitsbildung von Menschen aus – und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, BMI, Berufsstand und Familienstand“, so Vera Storm. „Das sollte auch in zukünftigen internetbasierten Interventionen und der Rehabilitation Beachtung finden.“