DELMENHORST - Assoziationsstarke Hinter-Glas-Malerei ist Teil der Schau. Auch lebensgroße Holzschnitte fertigt der Künstler.
von Birte Tripke
DELMENHORST - „Wir müssen uns wieder darauf verständigen, dass Kunst nicht irgendein Fettauge auf einer mageren Suppe ist.“ Das Zitat des Malers Jörg Immendorf ist gleich links an der Wand am Treppenaufgang der ersten Etage des Haus Coburg zu lesen. Immendorf ist „Special Guest“ von Wolf Hamm, dessen Ausstellung „Die uns bekannte Welt mit Regeln“ morgen in der Städtischen Galerie eröffnet wird. Jeder Künstler der Ausstellungsfolge „Zone Malerei“ wählt einen „Gast“ aus, dem mit Zitat und zwei Werken eine Hommage gilt. „Kunst wird leider immer dekorativer und hat immer weniger Aussage“, sagt Wolf Hamm. Das genau sei ja auch Immendorfs Thema. „Das war mir wichtig.“Die Schau zeigt 50 Bilder des 32-Jährigen, ein Großteil davon klassische Hinter-Glas-Malerei, bei der Acryllacke von hinten direkt auf das Glas – was heute allerdings Plexiglas ist – aufgetragen werden. Diese Technik fasziniert Hamm: „Jeder Pinselstrich wird eingefroren.“ Außerdem fordere das Hinter-Glas-Malen viel Konzentration und Stringenz, da nachträglich nichts mehr verändert werden könne. Grafik und Malerei – dazwischen fühlt sich Hamm zu Hause. Auch lebensgroße Holzschnitte sind in der Schau zu sehen. Soziale und persönliche Verbindungen sind sein Thema: „Was zwischen den Menschen passiert, ist interessant.“ Allen voran die Familie „als kleinste Zelle der Gesellschaft“, wie er sagt.
Hamm ist gebürtiger Delmenhorster, aufgewachsen ist er in Bremen und hat auch an der dortigen Hochschule für Künste studiert, bevor er nach Düsseldorf wechselte. Die vergangenen zwei Jahre hat er mit seiner Familie in Spanien gelebt, ein Teil der Ausstellungsstücke, so zum Beispiel die Holzschnitte, sind dort entstanden. Seit Anfang des Jahres ist die Familie zurück in Bremen. Ehefrau Sybille, Musikerin, hat die Soundcollagen geschaffen, die zu einigen Werken zu hören sind. „Wir arbeiten viel zusammen“, erzählt Hamm, „sie kennt meine Bilder fast besser als ich.“
„Zone Malerei“ in der Städtischen Galerie
