DELMENHORST - Derzeit arbeitet sie noch von zu Hause aus und kann sich um ihren Nachwuchs Emma (3 Jahre) und Max (1) kümmern. Dennoch freut sich Melanie Vorbröcker gemeinsam mit Ehemann Stefan über die Befragung der Stadt Delmenhorst zur Kindertagesbetreuung: „Es ist super und sinnvoll, sich direkt an die Eltern zu wenden. Ich will in der Zukunft sicher sein, dass in meiner Stadt gute Betreuungsmöglichkeiten gewährleistet sind.“
An diesem Freitag bekommen die Vorbröckers genau wie 1727 weitere Familien in Delmenhorst Post von der Stadt. Inhalt: Ein Bogen mit 24 Fragen rund um das Thema Kindertagesbetreuung. „Die Erziehenden erhalten damit die Möglichkeit, ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern“, sagt Oberbürgermeister Patrick de La Lanne. Und Gerd Galwas, Fachdienstleiter Jugendarbeit und Kinderbetreuung, betont: „Das werden wichtige Ergebnisse für uns, nach denen wir den Bedarf an Tagesmüttern oder Krippenplätzen ausrichten können.“ In den Fragebögen gehe es nicht nur um die aktuelle Situation, sondern in erster Linie um Prognosen für die Zukunft. „Anhand der Resultate können wir erkennen, in welchen Stadtteilen Handlungsbedarf ist“, so Galwas.
Die Umfrage wird bundesweit in 16 Städten und Landkreisen durchgeführt. Das Institut für soziale Arbeit in Münster und die Technische Universität Dortmund sind mit der Organisation und Auswertung beauftragt. „Das Meinungsforschungsinstitut Proxima wertet dann auch die Fragebögen aus Delmenhorst aus“, berichtet Galwas.
Insbesondere vor dem Hintergrund des ab Mitte 2013 bestehenden Rechtsanspruches für Kinder bis zu drei Jahren auf eine Tagesbetreuung und der ab dem 1. Januar 2013 vorgesehenen Einführung eines Betreuungsgeldes liefere die Umfrage wichtige Erkenntnisse. Die Teilnahme der Familien ist zwar freiwillig, aber: „Die Daten werden vertraulich und anonym ausgewertet. Jeder, der teilnimmt, hilft der Entwicklung in der Stadt. Wir hoffen auf eine große Beteiligung“, so Galwas.
Die Finanzierung der Umfrage tragen die jeweiligen Kommunen. In Delmenhorst belaufen sich die Kosten auf 11 000 Euro. „Das ist das Geld für eine konsequente, zielgerichtete Planung auf jeden Fall wert“, befindet Galwas.
Die Ergebnisse werden für den Spätherbst erwartet. Dann beginnt mit der Auswertung die eigentliche Arbeit. Gerade im Bereich der Ganztages- und der Ferienbetreuung erwartet Gerd Galwas Nachholbedarf.
