DELMENHORST - Das 20. Delmenhorster Jazzfest lockte am Wochenende hunderte von Besuchern aus der Stadt und ganz Norddeutschland ins Kleine Haus und zu einer After-Show Party ins Cartiera. Neben prominenten Musikern aus Deutschland, Polen und den USA bot das städtische Kulturbüro unter Leitung von Birgit Lohstroh in diesem Jahr auch ein Crossover-Projekt, in dem in einmaliger Form ein Jazzquintett in ein Kammerkonzert integriert war.
Neben der Zusammenstellung eines immer neuen facettenreichen Programms liegt den Verantwortlichen im Kulturbüro vor allem die Förderung der „Nachwuchshörer“ am Herzen. Zum zweiten Mal öffnete deshalb an diesem Sonnabend die „Jazzbäckerei“. Die Studenten der Bremer Hochschule für Künste Maxi Suhr (Schlagzeug), Alex Kohrs (Flügel), Moritz Zopf (Bass), Claudia Behrmann ((Saxofon) und UlrichPiontek (Trompete und Flügelhorn) mischten einen „Tortenteig“ aus Noten, Rhythmus und Improvisation zusammen.
Einige der jungen Zuschauer, die zumeist von ihren Eltern oder Großeltern begleitet wurden, nuckelten noch eifrig an ihrem Schnuller, während Tine Köhn und Julia Fiebelkorn den Teig aus Zutaten wie Zucker (Flügel), Butter (Bass) und Äpfeln (Trompete) mixten (Schlagzeug). Das Klatschen der Kleinen machte den Musik-Teig „cremig“. Zögernd folgten etliche Kinder zum Schluss der Aufforderung der Musiker, selbst auf die Bühne zu kommen und sich die Instrumente näher anzusehen. Einige, wie der achtjährige Frederik, nutzten die Gelegenheit und setzten sich hinter das große Schlagzeug und trommelten los. Andere wiederum näherten sich nur zögernd der Trompete und berührten das glänzende Metall.
Erste Erfolge der „Jazzbäckerei“ sind schon zu spüren, berichtete Birgit Lohstroh. So bestellten Eltern für ihren Sohn eine Karte für das Jazzfest. Der Zehnjährige war im vergangenen Jahr Gast der „Jazzbäckerei“. Es gefiel ihm so gut, dass er in diesem Jahr „das volle Programm“ sehen wollte.
