DELMENHORST - Die Wissenschaften nicht in einem Elfenbeinturm verharren zu lassen, sondern sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Dieses Ziel verfolgt Professor Dr. Reto Weiler mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst. Der Rektor des HWK lud deshalb am Freitag rund 80 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zum Neujahrsempfang ein. „Das HWK strahlt auf den ersten Blick etwas aus und die Besucher fühlen sich hier wohl“, zeigte sich Weiler überzeugt.
Der Rektor zog mit dem Kolleg für das vergangene Jahr eine positive Bilanz: Rund 46 Gastdozenten – die sogenannten „Fellows“ – aus 16 Nationen waren in Delmenhorst zu Gast. Die Wissenschaftler kamen aus Ländern wie Australien, Indien und Chile. „Besser kann man die Internationalität und die Offenheit des Hauses nicht demonstrieren“, betonte Weiler. Das HWK hatte mit dem Tod eines ukrainischen „Fellows“ und des Wissenschaftlers Uwe Opolka jedoch auch schwere Verluste hinnehmen müssen. „Uwe Opolka gehörte zu unseren Gründungsmitgliedern. Er war völlig überraschend für uns alle gestorben“, erklärte Weiler.
Für das neue Jahr hat sich das HWK nun viel vorgenommen, indem es seinen Wissenschaftsschwerpunkt „Materialwissenschaften“ umstrukturiert hat und mit der „Ernergieforschung“ ein neues Forschungsfeld etabliert hat. Weiler sieht in der Region Weser-Ems ein großes Potential für regenerative Energien. Dieses gelte es auszunutzen: „Wir wollen verstärkt zur Internationalisierung beitragen und so Stabilität und Exzellenz gewährleisten.“
In Professor Dr. Michael Grätzel von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne hatte das HWK bei seinem Empfang einen der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Photovoltaik zu Gast. Er erhielt bereits eine große Zahl internationaler Auszeichnungen. Kürzlich wurde er mit dem Wissenschaftspreis der Balzan-Stiftung für die Entwicklung der „Grätzel-Zelle“ geehrt.
Der Schweizer stellte auf dem Empfang die Entwicklung vor. Es handelt sich um eine Photovoltaik-Zelle, die ähnlich arbeitet wie Pflanzenzellen bei der Photosynthese. Das besondere an dem Verfahren ist, dass es bei geringeren Kosten eine effizientere Energieausbeute erlaubt. Im asiatischen Raum wird es bereits vielfach eingesetzt.
