DELMENHORST - Harmlose Konzentrationen von Umweltgiften können in der Kombination mit anderen Stoffen giftig wirken. Das hat die Arbeitsgruppe der Biochemikerin Dr. Irene Witte am Fachbereich Biologie der Universität Oldenburg nachgewiesen. Über ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wird die Biochemikerin am Freitag, 21. August, in einem Vortrag „Bedeutung von Kombinationswirkungen in der Umwelttoxikologie“ im Zuge einer Seminarveranstaltung „Umweltbelastungen und Gesundheitsschutz“ des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) im Technologiezentrum Delmenhorst auf dem Nordwolle-Gelände berichten. Beginn ist um 14.30 Uhr im Turbinenhaus.
Wittes Arbeitsgruppe fand erstmals quantitativ heraus, in welchem Ausmaß sich verschiedene Schadstoffe – abhängig von ihrer Konzentration – in ihrer toxischen Wirkung im menschlichen Körper verstärken können. Sie zeigte, dass ungiftige Konzentrationen von Einzelstoffen im Gemisch giftig wirken und zwar um so giftiger, je mehr (ungiftige) Einzelstoffe das Gemisch enthält. Dies gilt für alle Chemikalien.
Viele Erkrankte würden von ihren Ärzten nicht ernst genommen, weil behauptet werde, dass die Belastung durch Umweltgifte zu gering sei, um krankmachende Wirkungen auszuüben. „Alle Grenzwerte sind nur auf Grundlage einer toxikologischen Einzelstoffbeurteilung festgesetzt worden. Witte: „Nicht berücksichtigt wurden die unendliche Vielfalt möglicher Wechselwirkungen der verschiedenen Schadstoffe und ihrer Abbauprodukte.“
Über das Thema „Präventiver Gesundheitsschutz – was Sie schon immer wissen wollten und wie man sich vor aktuellen Umweltbelastungen schützen kann“ referieren im Anschluss Dipl.-Ing. Renate Seyfert und Dipl.-Ing. Gary Zörner. Der Eintritt zu dem Seminar beträgt neun Euro. Das Seminar, das im Rahmen des zehnjährigen Bestehens des Technologiezentrums stattfindet, schließt mit einem vergnüglichen Teil mit Erdbeerbowle.
