DELMENHORST - DELMENHORST - Noch ist Manuel Ruhe voll damit beschäftigt, seine Fachhochschulreife zu erlangen. Da jagt zurzeit eine Klausur die andere. Und doch macht sich der 20-Jährige schon Gedanken über das Danach. Am liebsten würde er schon ab Herbst in Hannover Informatik studieren, doch vor seiner Immatrikulation muss er erst einmal eine andere hohe Hürde nehmen: den Wehrdienst.
Da Manuel Ruhe noch nichts vom Kreiswehrersatzamt gehört hat, und er die Unsicherheit nicht mehr ertragen will, fragt er beim für Delmenhorst zuständigen Wehrdienstberater, Stabsfeldwebel Ralf Wittrien, nach. Der ist seit zwei Jahren immer den zweiten und vierten Donnerstag im Monat im Rathaus zu Gast, um die jungen Leute über den Wehrdienst und Alternativen zu informieren. „Normalerweise rufen die Leute vorher an und holen sich einen Termin“, mustert der gebürtige Delmenhorster augenzwinkernd sein Gegenüber. Da eine junge Dame aber ihren Beratungstermin verschwitzt hat, kommt Manuel Ruhe gleich an die Reihe.
„Als Wehrpflichtiger ist im Augenblick noch das Kreiswehrersatzamt Bremen für Sie zuständig“, erklärt Wittrien und schreibt die dazugehörige Telefonnummer auf einen Zettel. „Mit dem Einplaner können Sie auch über ihre Verwendung reden, aber der muss natürlich alle Stellen besetzen.“
Einem möglichen Wehrdienst ist Manuel Ruhe nicht abgeneigt. „Mit Fachhochschulreife haben Sie aber auch andere Perspektiven. Die Bundeswehr stellt zum 1. Juli immer auch Offizieranwärter ein“, erläutert ihm Ralf Wittrien. Auch eine spätere Bewerbung für diese Laufbahn „aus der Truppe“ sei möglich, ebenso eine Berufsausbildung.
„Meistens kommen die jungen Leute schon einigermaßen informiert zu mir“, ist Wittrien froh. Nur manchmal müsse er sie daran erinnern, was es heißt, Soldat zu sein: „Da geht es schon klar nach Befehl und Gehorsam.“
Um viele Informationen und einige Perspektiven reicher zieht Manuel Ruhe schließlich von dannen: „Ich kann mir schon vorstellen, auch Zeitsoldat zu werden.“ Erst einmal geht’s aber zurück an die Klausuren.
Die Wehrdienstberatung im Rathaus
