Bremen - In den letzten Jahren ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde weniger stark angestiegen als in den vorangegangenen Jahrzehnten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Klimawandel zum Stillstand gekommen ist, wie Wissenschaftler der Universität Bremen, des Max-Planck-Instituts in Hamburg, des Geomar Forschungszentrums in Kiel und des Forschungszentrums Jülich herausgefunden haben.

Während die globale Oberflächentemperatur in den vergangenen 60 Jahren im Mittel um 0,11 Grad Celsius pro Jahrzehnt angestiegen sei, habe sie seit 1998 nur noch um 0,05 Grad Celsius pro Jahrzehnt zugenommen. „Dies wird in der Öffentlichkeit als Erwärmungspause diskutiert und wirft die Frage auf, ob der Klimawandel zum Stillstand gekommen ist,“ sagt Prof. Dr. Justus Notholt vom Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen.

Eine wichtige Rolle bei der Erklärung dieses Phänomens spielen die Ozeane. Professorin Monika Rhein von der Universität Bremen forscht auf diesem Gebiet und ist eine der Hauptautoren des IPCC-Berichtes (Intergovernmental Panel on Climate Change).

Der Ozean ist der wichtigste Wärmespeicher im Klimasystem. „In den vergangenen 40 Jahren hat er mehr als 90 Prozent der zusätzlich erzeugten Wärmeenergie aufgenommen“, sagt Rhein. Die vorhandenen Messungen und Modellrechnungen zeigen je nach Meerestiefe unterschiedliche Ergebnisse: Während in den oberen 700 Metern der Ozeane nur eine geringe Erwärmung festgestellt wurde, hat sich die Schicht darunter bis in 2000 Meter Tiefe in den vergangenen 20 Jahren hingegen konstant erwärmt. Dies wirke einer Erwärmung der Erdoberflächentemperatur entgegen.

Prof. Dr. John P. Burrows, Physiker an der Uni Bremen, erforscht die Atmosphäre mit Hilfe von Satelliten. „Einige kleine Vulkanausbrüche haben die Anzahl von Schwefelsäureteilchen in der Stratosphäre seit dem Jahr 2000 zunehmen lassen“, erklärt er. Diese streuten die einfallende Sonneneinstrahlung und seien ebenso für einen Teil des langsameren Temperaturanstiegs verantwortlich.