Die Universität Oldenburg bietet das Mentoring-Programm „MentorWin“. Außerdem finden Graduierte in der win-Werkstatt und bei der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) Unterstützung.

Das Mentoring-Programm „Career Connect“ der Jade Hochschule wird voraussichtlich im Sommer wieder aufgenommen.

An der Uni Bremen läuft das Mentoring-Programm „Fokus Berufseinstieg“ für Studierende und Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften.

Oldenburg - „Mentoring-Programme gehören zu den besten Mitteln, um die eigene Karriere voranzutreiben“, sagt Nadja Plothe, die als Coach das Programm MentorWin der Universität Oldenburg betreut. „Die Mentees können sich ohne Konkurrenzdruck mit ihren Mentoren austauschen. Sie erhalten unschätzbar wertvolle Infos und Kontakte. Kostbar ist auch der Austausch mit den anderen Mentees bei den Workshops. Die Promotion ist meist eine ziemlich einsame Zeit. Da tut es gut zu hören, dass auch andere Tiefs durchleben.“

Diese Einschätzung teilt Mentee Vera Freytag: „Während der Promotion arbeitet man viel allein vor sich hin. Der Austausch mit anderen Doktoranden hilft da sehr – manchmal auch ganz konkret. Mir haben andere Mentees zum Beispiel bei Problemen mit der Statistik geholfen.“

Mentoring-Programme richten sich jedoch nicht nur an Doktoranden. Allgemein sollen sie Absolventen den Übergang von der Hochschule ins Berufsleben erleichtern. Dabei steht jedem Mentee ein erfahrener Mentor zur Seite, der den Mentee mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten bei der Karriereplanung unterstützt.

„Es ist wirklich eine große Chance von den Erfahrungen der Mentoren zu profitieren,“ sagt Freytag. Auch ihre Mentorin, Dr. Natascha Rodrigues, findet es sehr sinnvoll, wenn Promovierende die Möglichkeit haben, sich mit jemand über Pläne und Ziele auszutauschen, der diesen Weg schon gegangen ist. Für sie als Mentorin ist es „eine spannende Aufgabe, meine Erfahrungen zu teilen, gemeinsam zu reflektieren und Ideen für die Zukunft zu entwickeln.“

„Es ist spannend, sich mit jemand auszutauschen, der schon weiter ist und auch mal aus dem Nähkästchen plaudert,“ berichtet Doktorandin Wiebke Schubotz, Mentee im Programm MentorWin. Sie hat bereits gegen Ende ihres Studiums an einem Mentoring-Programm teilgenommen. Aufgrund der positiven Erfahrungen von damals, hat sie sich für einen weiteren Durchgang entschieden.

Anfangs war sie dann aber doch etwas skeptisch, denn eine Besonderheit von MentorWin ist, dass sich die Mentees ihre Mentoren selbst suchen. „Zuerst dachte ich, das macht doch nie jemand“, erinnert sich Schubotz. Inzwischen sieht sie diesen Punkt als großes Plus. „Auf diese Weise haben wir gelernt, einfach jemand anzusprechen und wir haben wirklich passende Mentoren gefunden.“

Wiebke Schubotz hat dazu einen Kontakt auch ihrem ersten Mentoring-Programm genutzt: „Ich habe meinen damaligen Mentor nach einer Frau mit Kindern gefragt, die im Wissenschaftsmanagement arbeitet. Er hat mir Kontakte genannt und so habe ich meine Mentorin gefunden.“

Ein Beispiel für den Nutzen von Netzwerken. „Außerdem ist es belegt, dass ganz viele Stellen über Netzwerke vergeben werden – die Qualifikation muss natürlich trotzdem stimmen“, erklärt Nadja Plothe. Ihr Traumziel des Mentoring-Programms für die Mentees ist, dass sie lernen, sich selbst Hilfe zu organisieren.

Vera Freytag hat dieses Ziel schon erreicht. „Ich werde jetzt öfter auf Leute zugehen – auch unabhängig vom Mentoring-Programm. Zum Beispiel wenn ich eine Veröffentlichung sehr gut finde, werde ich den Autor ansprechen und ihn fragen, wie er das erreicht hat,“ so Freytag.