Oldenburg/Boboyo - Ein Schulgebäude in der Sahel-Zone, in dessen Räumen es frisch und angenehm ist, ohne dass technische Geräte wie energieintensive Klimaanlagen, benötigt werden: Das wollte die private Hilfsorganisation „Ident-Africa“ in Boboyo im Norden Kameruns bauen. Deshalb wandte sie sich an Architektur-Hochschulen.

Daraus entstand ein Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird und an dem die Jade Hochschule in Oldenburg, die RWTH Aachen sowie das Institut du Sahel in Maroua, Kamerun, beteiligt sind.

Im November 2013 wurde der Grundstein für die von Studierenden entworfene Schule gelegt. Seitdem reisen immer wieder Gruppen von Studierenden der beteiligten Hochschulen nach Boboyo, um gemeinsam mit den Dorfbewohnern und einheimischen Handwerkern die Schule zu bauen.

„Schon bei der mindestens zwei Tage dauernden Anreise verändert sich vieles: Ungeahntes ist plötzlich selbstverständlich, der Zeitbegriff erfährt eine völlig andere Deutung und doch gelingt erstaunlich viel: Ganz langsam entsteht zunächst die Gründung, dann die aufgehenden Wände und schließlich die doppelschalige Dachkonstruktion“, sagt Projektleiter Jo Ruoff, der derzeit eine Professur im Fachbereich Architektur an der Jade Hochschule verwaltet.

Die Arbeit sei oft schwierig, aber zu bewältigen und außerdem gebe es ja „Mama Marie“, die nicht nur wunderbar kocht, sondern in ihrem riesigen Herzen auch Platz für jede einzelne Studentin und jeden einzelnen Studenten habe.

Auf der fachlichen Seite erlebten die Studierenden die praktische Umsetzung der eigenen Planung – und hin und wieder auch deren Unzulänglichkeit, spürten die wohltuende Kühle einer klimagerechten Bauweise auf der eigenen Haut und entfachten interkulturelle Diskussionen selbst ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen.