Oldenburg - Erderwärmung, steigender Meeresspiegel, übermäßiger Ressourcenverbrauch, Armut und wachsende wirtschaftliche Ungleichheit sind drängende Probleme. Sie stehen im Zentrum des neuen Bachelor-Studiengangs Nachhaltigkeitsökonomik, der im kommenden Wintersemester an der Universität Oldenburg startet. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, Handlungsoptionen zu entwickeln, um die eingangs genannten Herausforderungen zu bewältigen.

Ein bereits umgesetztes Beispiel dafür sei der Emissionshandel, sagt Prof. Dr. Jürgen Bitzer von der Uni Oldenburg, der den neuen Studiengang konzipiert hat. Nach diesem System müssen Unternehmen, die Kohlendioxid (CO 2 ) ausstoßen, Zertifikate dafür erwerben. „Dadurch wird es für Unternehmen teuer, die Luft zu verschmutzen und sie investieren zum Beispiel eher in den Einbau eines Filters“, erklärt Bitzer.

Dass das System derzeit nicht funktioniere, sei nicht die Schuld der Volkswirte, die es erdacht haben, sondern der Politik. „Bei der Einführung des Emissionshandels wurden zu viele Zertifikate verschenkt. Deshalb kosten sie jetzt fast nichts und der erwünschte Effekt bleibt aus“, so Bitzer.

Darauf, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert, könnten Absolventen des neuen Studiengangs hinarbeiten. Denn die Mitarbeit in Ministerien ist ein mögliches Beschäftigungsfeld für sie. Aber auch in Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Großunternehmen oder der Forschung bieten sich Tätigkeitsfelder.

Der Studiengang vermittelt als Analyseinstrumente Methoden und Konzepte der Volkswirtschaftslehre (VWL). Mathematik und Statistik spielen daher eine große Rolle. „Deshalb schließen die Absolventen auch mit dem Bachelor of Science ab und nicht, wie die Betriebswirtschaftler (BWLer), mit dem Bachelor of Arts“, erläutert Bitzer.

Ein Grund für die Einführung des neuen Studiengangs sei auch die passende Vorbereitung auf einen Master im Nachhaltigkeitsbereich gewesen, so Bitzer. Professor Bernd Siebenhüner, der den Masterstudiengang „Sustainability Economics and Management“ (SEM) an der Uni Oldenburg betreut, wird immer wieder von Studieninteressierten gefragt, welcher Studiengang am besten auf den Nachhaltigkeits-Master vorbereite.

Dennoch sei kein Studierender, der sich für den Bachelor Nachhaltigkeitsökonomik entscheidet, in dieser Sparte gefangen. Denn Studierende haben die Möglichkeit, fünf Module frei aus allen Angeboten im Bachelor an der Uni Oldenburg zu wählen. „Hier können Studierende sich also weiter spezialisieren oder Veranstaltungen beispielsweise in BWL oder Recht belegen und so ihr Profil offen halten. Somit können sie auch an jeder anderen Hochschule einen Master im Bereich VWL oder BWL anschließen“, sagt Bitzer.

Der Studiengang dauert sechs Semester. Die Veranstaltungen finden zum Teil in englischer Sprache statt. „Auslandsaufenthalte unterstützen wir ausdrücklich. Wir haben Studienplätze bei Partnerunis organisiert, so dass keine Zeit verloren gehen muss, weil im Ausland erbrachte Leistungen nicht anerkannt werden“, erklärt Bitzer.

Interessierte können sich bis zum 15. Juli für den Studiengang Nachhaltigkeitsökonomik bewerben. Fragen zu Bewerbung und Anrechnung beantwortet die „InfoLine Studium“ unter Telefon: 0441/798 2728.