Wilhelmshaven - Meißelhämmer und Bagger haben sich bei der Zerlegung der beiden Bunker an der Hannoverschen Straße im Nordhafen nicht die Zähne ausgebissen – ganz im Gegenteil: Rasch sind sie bei ihrer Aufgabe vorangekommen, das Gelände für die geplante Ansiedlung der Jade Werke freizumachen. Der schnelle Abrissfortschritt ist auch dem parallelen Einsatz von gleich vier Spezialgeräten zu verdanken.

„Alle Achtung“, äußerte sich gestern Ernst Franz, Hafenbetriebsleiter bei der Wilhelmshavener Niederlassung von Niedersachsen Ports, anerkennend über die Leistung der beauftragten Firma Freimuth. Der Diplomingenieur, der sich im Studium selbst auf Massivbau und Spannbeton spezialisiert hatte, geht davon aus, dass planmäßig bis Ende des Monats die Arbeiten beendet sind. Noch in dieser Woche will man mit den Stemmarbeiten fertig sein.

Anschließend werden die Brecharbeiten die Trümmer zerkleinern, ein Magnetabscheider holt die Eisenverstärkungen heraus und eine Siebanlage teilt die Betonanteile in verschiedene Korngrößen ein. In dieser Weise recycelt, wird das Material gleich auf dem Gelände wiederverwendet, zum Beispiel bei der Schwerlasttrasse für die Jade Werke, die Stahlfundamente für Offshore-Windkraftanlagen herstellen werden.

Eine Alternative zum Zerhacken der bis zu zweieinhalb Meter dicken Betonwände und der fast vier Meter dicken Bunkerdecke wäre das Sprengen gewesen. Allerdings hätte man es danach trotzdem mit dicken Brocken zu tun gehabt, sagte Franz.

Wichtiger sei aber der Sprengverzicht mit Blick auf angrenzende Firmen gewesen. Die Meißeltechnik sei zudem inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie selbst vor den massivsten Betonkonstruktionen nicht kapitulieren muss.

Die Rückmeldungen der Firmen auf dem Nordhafengelände zu der gewählten Rückbaumethode seien durchweg positiv gewesen, erklärte Franz.